Als Garant stabiler Preise empfahl sich den Verbrauchern dieser Tage der Kaufhof. „Entgegen allgemeiner Tendenz, die Preise vor Weihnachten zu erhöhen“, so kabelte der Kölner Warenhauskonzern an die Presse, wolle man sich in Stabilität üben. Doch wer glaubt, die Rheinländer würden wenigstens ein halbes Jahr – solange pflegen die Versandhäuser nämlich ihre Katalogkunden ohne Aufschlag zu bedienen – mit den Preisen stillhalten, sieht sich getäuscht. Nur ganze zehn Wochen soll das Stabilitätsgelübde Gültigkeit haben.

Auch wer annehmen sollte, im Kaufhof bis zum Jahresende wirklich alle Artikel zu Herbstpreisen einkaufen zu können, irrt. Preistreue geloben die Kaufhof-Manager nämlich nur für die 1300 Artikel ihres unter der Marke „Elite“ laufenden Hausprogramms. Daß aber die „Elite“-Artikel nur knapp zwei Prozent des gesamten Sortiments eines City-Warenhauses ausmachen, teilten die cleveren Kölner der Öffentlichkeit wohlweislich nicht mit. Sollte für die übrigen 98 bis 99 Prozent des Sortiments etwa die – laut Kaufhof – „allgemeine Tendenz, die Preise vor Weihnachten zu erhöhen“, gelten?

Auf diesen Kern reduziert, findet der Anspruch, stabile Preise zu garantieren, kaum eine Rechtfertigung. Hier wird der Versuch gemacht, unter Ausnutzung der verbreiteten Inflationsangst Kunden zu locken und zu Vorratskäufen anzuspornen. Ein geschickter Werbegag – mehr nicht. Eg.