Sollten Sie sehen:

„Berlin-Alexanderplatz“ (1931), von Phil Jutzi. „Rote Sonne“, von Rudolf Thome. „Zabriskie Point“, von Michelangelo Antonioni. „Barquero“, von Gordon Douglas.

Im Fernsehen: „Lenin im Oktober“ (1937), von Michail Romm, West III am 24. Oktober. „Die Erde bebt“ (1948), von Luchino Visconti, Bayern III am 24. Oktober. „Wer erschoß Salvatore G.?“ (1961), von Francesco Rosi, Südwest III am 24. Oktober. „Mädchen in Uniform“ (1931), von Leontine Sagan, ZDF am 25. Oktober. „Das Rabenviertel“ (1963), von Bo Widerberg, West III am 25. Oktober. „Der Tag bricht an“ (1939), von Marcel Carné, ZDF am 26. Oktober. Wenn Sie nichts Besseres vorhaben:

„Performance“, von Donald Cammel und Nichola Roeg. Medium Haskell Sam Peckinpah. „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß“, von Sydney Pollack.

Lohnt sich nicht:

„Monte Walsh“, von William A.Fraker. Noch einmal die „letzten Cowboys“ im abermals „letzten Western“ aus Hollywood. Wieder hiben europäische Muster Pate gestanden, nur statt Corbucci und Leone diesmal Antonioni. Start des Gefuchtels mit der Gummilinse der leeie Blick, tote Minuten und Traurigkeit. Über zwei alternde Cowboys schreitet der Fortschritt hinweg und richtet sie zugrunde. In den Western von John Ford, King Vidor usw. traten sich des Alte und das Neue in dialektischer Spannung gegenüber, Gewalt war Ausdruck historischer Kräfte – hier erscheint das Neue nur als schmutziger Alptraum, der einer vermeintlich besseren Zeit ein Ende bereitet. Trauer um das Unwiederbringliche, die man vor den alten Western als Aura des Historischen beklemmend erfährt, wird hier thematisiert, beredet, in Bilder gepreßt und damit zerstört.

„Der Löwe im Winter“, von Anthony Harvey. „Ein Mann zu jeder Jahreszeit“, „Cromwell“, „Der Löwe im Winter“ – wer einen kennt, kennt sie alle. Diesmal geht es zurück bis ins zwölfte Jahrhundert, aber das merkt man nur an den Kostümen. Ein Haufen hervorragender Schauspieler, voran die monstres sacres Peter O’Toole als Henry II. und Katherine Hepburn als sein Weib Eleonor, führt sich auf, als spielten sie in einem Shakespeare’schen Königsdrama, dessen Regisseur zuviel Freud gelesen hat. Aber der Broadway-Autor James Goldman hat nur ein Konversationsstück geschrieben, eine verdünnte Mischung aus „Becket“ und „Virginia Woolf“, deren schwachen Witz, gewebt aus Anachronismus, Stilbrüchen und macchiavellistischen Merksätzen, die bombastische Verfilmung vollends erdrückt. Den Rest mag ihm erst die Synchronisation gegeben haben.

„Kelly, der Bandit“, von Tony Richardson. „Leo, der Letzte“, von John Boorman. „Cromwell“, von Ken Hughes. „Borsalino“, von Jacques Deray. „Die Dinge des Lebens“, von Claude Sautet. Frieda Grafe und Enno Patalas