Ein unerfreuliches Ende nahm die Reise des sambischen Präsidenten Kenneth Kaunda durch mehrere europäische Hauptstädte. In Begleitung von vier Außenministern afrikanischer Staaten und des Generalsekretärs der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU), Diallo Telli, hatte Kaunda mehreren europäischen Regierungen die Bedenken der OAU zu drei verschiedenen Problemen vorgetragen:

  • Beteiligung europäischer Firmen am Bau des Cabora-Bassi-Staudammes;
  • Unterstützung Portugals durch Waffen und Handel;
  • Waffenlieferung an Südafrika. In Bonn sprach Kaunda mit Kanzler Brandt und Außenminister Scheel. Obwohl keine Annäherung der Standpunkte zu erreichen war, verliefen die Gespräche in sachlicher und freundlicher Atmosphäre. Die Bundesregierung fühlt sich weiterhin verpflichtet, die Bundesgarantien für Cabora-Bassa-Kredite aufrechtzuerhalten. Zum Vorwurf, Portugal zu unterstützen, verwies Bonn auf die streng eingehaltenen Vorschriften der Nato über Waffenverkäufe.

Nicht geklärt wurde der schon oft von der OAU erhobene Vorwurf, deutsche Firmen in Südafrika stellten Waffen und Giftgas her. Brandt versicherte, daß die Bundesrepublik in keiner Weise Südafrika militärische Hilfe zukommen lasse.

Mit einem kaum verhüllten Eklat endete Kaundas Besuch in London. Der englische Premierminister Heath reagierte erbost auf Kaundas wiederholte Bemerkung in der Öffentlichkeit, falls Großbritannien die Waffenlieferungen an Südafrika wieder aufnehme, sollte es aus dem Commonwealth „hinaussanktioniert“ werden.

Heath sah in dieser Bemerkung einen Angriff auf die freie Entscheidungsgewalt der britischen Regierung, während die Afrikaner das englische Argument nicht akzeptieren wollten, die wachsende sowjetische Präsenz im Indischen Ozean erfordere eine Stärkung Südafrikas. Bei einem Essen, das Heath seinem Gast gab, stießen die Meinungen so hart aufeinander, daß Kaunda vorzeitig aufbrach.