Zwischen den Herren fielen keine erregten Worte: Willy Brandt erklärte seinen afrikanischen Gästen, warum die Bundesrepublik gegen die privaten Investoren, die sich am Staudammprojekt Cabora Bassa in Mozambique beteiligen, keine rechtliche Handhabe besitzen. Präsident Kaunda, der die Delegation der afrikanischen Außenminister anführte, insistierte nicht weiter. Er sei ohnehin nicht in der Überzeugung nach Bonn gekommen, die Bundesrepublik „könne ihre Haltung über Nacht ändern“. Und er nahm zur Kenntnis, was er schon einige Wochen vorher von Ministerpräsident Kühn hörte, der als persönlicher Abgesandter von Brandt Kaunda aufgesucht hätte: Bonn denke nicht daran, die Kolonialpolitik zu unterstützen. „Unser Streben geht dahin, daß alle Menschen, sei es in Europa, in Asien, in Afrika oder in anderen Erdteilen, ihr Schicksal in Freiheit bestimmen können“, erklärte Brandt seinen farbigen Gästen.

Cabora Bassa war nicht der einzige Gesprächspunkt. Die Afrikaner, die als Vertreter der Organisation für Afrikanische Einheit auftraten, beschuldigten Bonn, Waffen nach Südafrika zu liefern. Die Beweise allerdings, daß die Bundesrepublik Pretoria militärisch unterstütze und sogar südafrikanische Piloten ausbildet sind die Afrikaner bisher schuldig geblieben.

Sie haben allerdings in vielen Gruppen der deutschen Linken aktive Helfer. In Resolutionen und in Dokumentationen versuchen sie zu beweisen, daß die Unterstützung des Projekts von Cabora Bassa die Kolonialherrschaft Portugals „verewige“. Daß diese Investitionen aber den Gang der Geschichte gar nicht mehr aufhalten können, will ihnen nicht einleuchten. Sie sollten Eduardo Mondlane, dem Führer der portugiesischen Freiheitsbewegung, glauben, der schreibt: „Eins ist sicher, die Uhr des Kolonialismus ist nicht mehr zurückzudrehen.“ Km.