In der Nahost- und der Berlin-Frage gibt es keine spürbare Annäherung der amerikanischen und sowjetischen Standpunkte. In zwei Gesprächen, die die Außenminister Rogers und Gromyko in den letzten Tagen in Washington führten, wurden die alten Positionen verdeutlicht.

Die Vereinigten Staaten bestehen auf einer „Rektifizierung“ der Lage am Suezkanal, während die Sowjetunion eine Verletzung des Waffenstillstands durch den Ausbau weiterer Raketenstellungen leugnet und zudem jede Verantwortung für ein Abkommen ablehnt, an dem sie nicht beteiligt ist. Wie Gromyko erklärte, tritt Moskau jedoch für eine Verlängerung des Waffenstillstands und neue indirekte Friedensgespräche ein.

Zu Berlin bemerkte Gromyko, die Alliierten hätten einen sowjetischen Punkt in den Viermächte-Verhandlungen „mißverstanden“. Diese Deutung der Differenzen könnte ein Einlenken Moskaus ankündigen.

Am Donnerstag treffen sich Präsident Nixon und Gromyko zu einer Aussprache, für die kein besonderer Anlaß bekannt geworden ist.