Willy Brandt, Bundeskanzler, fand heraus, warum soviel übersteigende Preise geredet wird. Viele Ehefrauen seien nicht orientiert, wieviel ihre Männer verdienen. Die Frauen sähen nur die ständig steigenden Preise, wüßten abernicht, daß sich die Gehälter in den letzten Jahren ebenfalls erheblich erhöht hätten. Das sei der Grund für ein völlig falsches Bild der Ehefrauen von der Preis-Gehalts-Relation.

Jacques Ferry, Präsident des französischen Stahlverbandes, empfahl seinen Kollegen Wohlverhalten. „Ein Preiskrieg am gemeinsamen Stahlmarkt wäre absurd“, so Ferry auf der Jahrestagung des Iron and Steel Institute in Paris, „da die Aussichten im Grunde nicht schlecht sind.“ Allerdings werde sich der Auftragseingang in den nächsten Monaten weiter verlangsamen. Denn Verbraucher und Handel würden ihre hohen Walzstahlbestände, die während des Booms gebildet wurden, wieder abbauen.

Hermann Josef Abs. Bankier, ging in die erste Verhandlungsrunde gegen Eberhard Czichon, DDR-Autor und Verfasser des Anti-Abs-Buches „Der Bankier und die Macht – Hermann Josef Abs in der deutschen Politik“. Buchverleger Manfred Pahl-Rugenstein hatte überraschend gekniffen und die Autorenrechte an Czichon zurückgegeben. Ostberlins Staranwalt Prof. Friedrich Karl Kaul, Czichons Prozeßvertreter, mißfiel die Anreise: „Warum muß ich denn hier herüberrutschen? Es wäre ein Zeichen innerer Souveränität gewesen, wenn er bei uns geklagt hätte.“

Geoffray Rippon, britischer Europaminister, machte bei einem Besuch bei EWG-Präsident Franco Malfatti in Brüssel auf Optimismus. Am 1. Januar 1972 spätestens werde die Unterzeichnung des Beitrittsvertfages zwischen der EWG und Großbritannien unter Dach und Fach sein. Voraussetzung dafür sei allerdings: 1971 muß das Tempo der Verhandlungen beschleunigt werden.