Als ein „plumpes Betrugsmanöver“, mit dem der „Häuptling des amerikanischen Imperialismus“ die Weltöffentlichkeit zu täuschen versuche, bezeichnete die Renmin Ribao, das Sprachrohr Pekings, in der vergangenen Woche die neue Vietnaminitiative Nixons. Wie Hanoi und Moskau lehnte auch China den Friedensplan entschieden ab und forderte den bedingungslosen Abzug der „amerikanischen Aggressionstruppen aus Indochina“. Besonders scharf wandte sich Peking gegen den Vorschlag einer Waffenruhe, die auf eine Kapitulation hinauslaufen würde: Es sei eine „heilige Pflicht, gegen die Aggression des amerikanischen Imperialismus bewaffneten Widerstand zu leisten“.

In offiziellen Erklärungen der nordvietnamesischen Regierung und des Vietcong wurde der Fünf-Punkte-Plan als „Betrugsmanöver“ zurückgewiesen.

Trotz dieser formellen Ablehnung sieht man in Washington keinen Grund zur Enttäuschung. Die Truppenreduzierung soll so beschleunigt werden, daß Ende dieses Jahres 344 000 und am 1. Mai 1971 nur noch 284 000 amerikanische Soldaten in Vietnam stehen.