Die Rheinuferstraße ist die schlechteste Lösung

Eltville

Bundesverkehrsminister Georg Leber hat sich geirrt. Sein Machtwort, im Juli dieses Jahres gesprochen, reichte nicht aus, um die Gemüter in Eltville zu beruhigen. Nachdem die Sommerpause vorüber ist und die Landtagswahlen in Hessen vor der Tür stehen, gärt es wieder. An der Uferpromenade des Rheinstädtchens wehen schwarze Fahnen, Plakate rufen zu Aktionen auf, und der Eltviller „Verein zum Schutz der Rheinuferpromenade“ rührt noch einmal mächtig die Trommel: In einem offenen Brief an den Bundespräsidenten, den Bundeskanzler und das Kabinett formuliert der Bürgerverein: „Wir klagen an.“ Mit all ihrer Macht wollen die Bürger den Bau einer Autobahn, die unmittelbar am Rheinufer entlangführen soll, verhindern.

Der Eltviller Straßenkampf dauert jetzt vierzehn Jahre. In einem Punkt waren und sind sich alle Betroffenen einig: Die alte, noch auf Napoleon zurückgehende Straße, die durch die engen Gassen von Eltville führt und die Verbindung zwischen Rüdesheim und Wiesbaden darstellt, ist den Anforderungen des Verkehrs nicht länger gewachsen. Lärm und Auspuffgase verpesten die Stadt; zu Verkehrsdichten Zeiten stauen sich Autos kilometerlang.

Als Lösungen boten sich an:

1. Eine Straße, die direkt am Rheinufer entlang, führt (A-Linie);

2. eine Straße, die Eltville nördlich, umgeht und durch wertvolle Weinberge führt (B-Linie);