Herbert Rosendorfers Roman „Der Ruinenbaumeister“ ist, so konnte man es in der ZEIT lesen, eine „Welt geistvoller Ungereimtheiten“, aber doch geistvoll; Rosendorfer erzählt „mit Witz und Laune“, schrieb ein anderer Kritiker.

Aber was ist Witz?

Der Witz hat viele literarische Spielarten, er kann sich ironisch geben, hintergründig, sozusagen mit Spätzünder; er kann absurd sein, grotesk oder derb; Sprach-Witz oder nur Wort-Witz. Etwas zum Ergötzen, aber doch nicht nur. Was an Rosendorfers Roman importierte und amüsierte, waren die Geschichten in der Geschichte, sein Talent zum Fabulieren, die kaum zu zügelnde Lust an anspielungsreichen Späßen. Die ist ihm geblieben und wird ihn noch zu mancher Geschichte jener Art beflügeln, die man im Vorabdruck unterbringen kann.

Eine erste Sammlung seiner besten Geschichten liegt jetzt vor in dem Band –

Herbert Rosendorfer: „Der stillgelegte Mensch“, Erzählungen; Diogenes Verlag, Zürich; 276 S., 16,80 DM.

Sie lassen sich nacherzählen, wie die Geschichte vom Abtransport des Eiffelturms zur Münchener Olympiade, wo ihn dann niemand haben will, so daß er irgendwo an der Donau liegenbleibt und eines Tages gestohlen wird.

Oder die Karriere des Florenzo Waldweibel-Hostelli, der sich gegen die pianistischen Fingerübungen seines Wohnungsnachbarn Sagasser durch ein ausgeklügeltes System von Lärm- und Knall-Instrumenten zur Wehr setzt, um eines Tages von einem Musikkritiker als Genie der musikalischen Moderne entdeckt zu werden.