Von Friedebert Becker

Deutschland stürzte in León (Mexiko) den Weltmeister England; auf der Tribüne saßen Weisweiler und Netzer, der Trainer und der Spielregisseur von Borussia Mönchengladbach. Sie ahnten zu jener Stunde nicht, daß „ihr“ Vogts, Verteidiger bei den Deutschen, schon wenige Monate später sich erneut mit den drei Everton-Stars Ball, Newton und Labone in einem heftigen Fight von europäischem Rang treffen würden.

Zuerst sollen sie in Mönchengladbach bestürzt gewesen sein, als aus Amsterdam die Kunde kam, ein „böses“ Los habe dem Deutschen Meister Everton zugespielt. Erst später steigerte man sich in Mut hinein. Der klassische Respekt der Deutschen vor dem britischen Fußball schien überwunden. Vogts erinnerte sich, daß sein Gegenspieler Ball in León oft genug den kürzeren zog. Labone und Newton erwiesen sich nicht als Superspieler.

Zudem ist Everton, das die Deutschen Meister jetzt am Mittwoch zum ersten Gang empfangen, in seiner englischen Liga stolpernd gestartet. Borussia fing zwar auch zaudernd, aber doch stärker an. Allerdings wissen wir, daß in der englischen Liga den ersten vom 15., ja manchmal vom letzten der Tabelle kaum sichtbare Differenzen spielerischer Kraft trennen.

Mehr Mut sollte der Borussia Mönchengladbach machen, daß ihnen Landsleute aus Köln und Dortmund Fußballgeschichten gar nicht so ferner Zeiten erzählen können, die übertriebene Sorgen vor Liverpooler Fußball-Allmacht (Everton ist ja in Liverpool daheim!) schwinden lassen sollten.

Einen von Borussias Vorgängern, den 1, FC Köln, quält noch heute, daß er einmal im Europapokal unbesiegt blieb und doch – nicht Europa-Pokalsieger wurde. Des Rätsels Lösung paßt in unser Plauderthema. Köln schied nämlich aus gegen – FC Liverpool. 0:0 zu Hause, 0:0 in Liverpool, 2:2 im Rotterdamer Stichkampf! Und da es damals noch kein Elfmeterschießen gab, entschied ein unbarmherziges Los für die sieglosen Liverpooler.