Das Fernsehen:... eine Rache des Theaters an der Filmindustrie.

Peter Ustinov

Signierte Türen

Bisher wurden Haustüren aufgebrochen, damit der Weg zu den Kostbarkeiten frei wurde, nunmehr werden Haustüren auch möglichst unbeschädigt herausgebrochen, weil sie selber eine Kostbarkeit sind – Auflage limitiert, jedes Exemplar signiert. Denn die Oskar D. Biffar Kommandit-Gesellschaft in Edenkoben hat erstens „neue Techniken der Verformung großflächiger Metalltafeln entwickelt“ und geht zweitens „in logischer Entwicklung ... jetzt noch einen Schritt weiter: vom industriellen Design zur Kunst in Funktion“. Die originelle Idee präsentiert sich unter der Bezeichnung „Stahlpress 70/6“ und stellt dar: ein Relief aus rostfreiem Edelstahl mit zwei eingebrannten Farbwegen in Blau und Gelb, Format ein mal zwei Meter, Auflage fünfzig Exemplare, Preis 4350 Mark. Das neuartige Multiple aus der Werkstatt des Stuttgarter Bildhauers Otto Herbert Hajek kann „als Kunstwerk frei plaziert oder ... als Türblatt eingesetzt werden“. Was dem Dom die Pforte aus Bronze, ist dem Eigenheim die Tür aus Edelstahl – ein interessanter Beitrag zur Straßenkunst, obendrein ein hübscher Einfall.

Beethoven in der Dose

Die jüngste „Beethoven-Ausgabe“ hat einen Durchmesser von sechs Zentimetern und ist ausgestattet mit einem dunkel-türkisfarbenen gewölbten Boden, ausgeschmückt mit einem warten Streifenmuster; der Deckel, in Weiß und einem dunklen Holzkohlengrau gehalten, ist dekoriert mit einem Porträt Beethovens und zeigt, wenn geöffnet, das Zitat „Let it flow from my heart to the heart of all men“ („Von Herzen – Möge es wieder – zu Herzen gehn!“) sowie ein Faksimile der Unterschrift des berühmten Komponisten und in einem medaillonartigen Zierrahmen die ersten Noten „der vielleicht berühmtesten Sinfonie aller Zeiten – der fünften Sinfonie Beethovens“. Hm-Bumbumbum-bum. Was sich Beethoven-Ausgabe nennt, ist eine leere Dose aus emailliertem Kupfer, mit der die Londoner Firma Halcyon Days die Geburt des Meisters feiert: Auflage in England 400, in den USA und in Europa je 300 Stück, numeriert und mit Echtheitsurkunde versehen. In einigen Jahren, sagt die Firma, habe die Dose – der ersten in der Reihe „Die großen klassischen Komponisten“ – einen Seltenheitswert, der heute nur mit 195 Mark bezahlt zu werden braucht.