Ein Nebenresultat der schwedischen Plasmaforschung, über das erstmalig die englische Wissenschaftszeitschrift „New Scientist“ (29. Oktober) berichtet, mag für die Verbreitung von Atomwaffen von Bedeutung sein. In Stockholm hat der Physiker Björn Bonnevier gezeigt, daß sich verschiedene Isotopen eines Elements verhältnismäßig leicht voneinander trennen lassen – mit Hilfe eines rotierenden Plasmas.

Vorläufig ist dem schwedischen Wissenschaftler diese Isotopentrennung nur beim leichtesten Element, beim Wasserstoff, gelungen, doch müßte sie im Prinzip auch für schwere Elemente anwendbar sein, also auch für Uran. Die Trennung der Uranisotope U 235 und 238 aber ist die Voraussetzung für die Herstellung des spaltbaren Materials für Kernreaktoren und Kernwaffen. Die bisher bekannten Verfahren für die Isotopentrennung sind kompliziert, teuer und erfordern große Anlagen. Die von Bonnevier demonstrierte Methode hingegen würde weit weniger aufwendig und wesentlich billiger sein.

Der schwedische Physiker hat einen Ring aus Plasma – Gas, das aus einem Gemisch von Ionen und Elektronen besteht – von zwanzig Zentimeter Durchmesser in eine so schnelle Rotation versetzt, daß die darin enthaltenen Teilchen sich mit einer Geschwindigkeit von hundert Kilometern pro Sekunde bewegten. Dabei entstand eine Zentrifugalbeschleunigung entsprechend rund einer Milliarde G, die dazu ausreichte, daß sich schwerer und leichter Wasserstoff voneinander trennten und mit entsprechend im Plasma placierten Röhren herausführen ließen. Die Ausbeute – das Äquivalent von einem Gramm in zwanzig Minuten – ist beträchtlich.

Im Gegensatz zur Gaszentrifuge, die gemeinsam von englischen, holländischen und deutschen Wissenschaftlern für die Isotopentrennung entwickelt wird, braucht man beim Plasma keine mechanische Vorrichtung, um das Gas in schnelle Rotation zu versetzen. Dies läßt sich mit elektromagnetischen Feldern erreichen. Mon.