Das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion bleibt weiterhin kühl. Ein zweieinhalbstündiges Gespräch, zu dem Präsident Nixon in der vorigen Woche mit dem sowjetischen Außenminister Gromyko zusammentraf, brachte nicht die erhoffte Verbesserung der Atmosphäre, an der Washington besonders im Hinblick auf die nächste Runde der SALT-Gespräche interessiert ist.

Bei den behandelten Themen wurde keine Annäherung der Standpunkte erreicht. Verlautbarungen des Weißen Hauses hoben den freundlichen Ton des Treffens hervor und bezeichneten die Begegnung lediglich als „nützlich für die Schaffung einer Grundlage für verbesserte Beziehungen“ Ähnlich unverbindlich äußerte sich auch Gromyko.

Aus Regierungskreisen verlautete, Gromyko habe sich, wie bei drei-vorangegangenen Gesprächen mit seinem amerikanischen Kollegen Rogers, davon überzeugen können, daß eine harte Linie Moskaus nichts fruchte, Washington dagegen an einer Verbesserung der Beziehungen viel gelegen sei.

Die Abkühlung war eingetreten, nachdem Washington Moskau beschuldigt hatte, den Bau einer U-Boot-Base auf Kuba zu betreiben und gemeinsam mit Ägypten den Waffenstillstand zu verletzen. Beide Vorwürfe hatte Gromyko vor der UN-VollVersammlung als „Propaganda“ und „Erfindungen“ zurückgewiesen.

Verhandlungsbereitschaft deutete der Außenminister in derselben Rede dagegen in der Berlin-Frage an. Moskau gehe „ernsthaft“ an die Gespräche heran und wünsche positive Ergebnisse, die aber „vom guten Willen aller Beteiligten“ abhingen.