Aus der Rede des rumänischen Staatspräsidenten Nicolas Ceausescu auf der Jubiläumstagung der Vereinten Nationen:

„Allein der Name der Organisation der Vereinten Nationen erinnert uns daran, daß bei ihrer Gründung die Tatsache in Betracht gezogen ist, die Bemühungen aller Nationen unseres Erdballs zu vereinen, um einen dauerhaften Frieden zur Sicherung der freien Entfaltung eines jeden Volkes verwirklichen zu können.

Wir müssen offen den Völkern sagen, daß die edlen Prinzipien, die in die UNO-Charta aufgenommen worden sind, immer noch nicht ganz die Beziehungen zwischen allen Staaten der Welt bestimmen.

Sicherlich hat unsere Organisation eine bedeutende Rolle im internationalen Leben gespielt. Die wichtigsten Ereignisse der vergangenen Zeit erfreuen sich der Aufmerksamkeit der UNO, und es wurde eine ganze Reihe von Beschlüssen und Resolutionen von großer Wichtigkeit angenommen. Viele dieser Beschlüsse wurden leider nicht verwirklicht oder doch nur teilweise. Gleichzeitig muß gesagt werden, daß in vielen wichtigen Fragen, in einer ganzen Reihe von Konflikten, die die Weltbühne erfaßt haben, die Organisation der Vereinten Nationen falsche Beschlüsse angenommen hat, die ihr Prestige geschmälert und negative Folgen auf die Entwicklung des internationalen Lebens gehabt haben ...

Die Erscheinung und Entwicklung einer großen Anzahl von sozialistischen Ländern haben die Frage der friedlichen Koexistenz der Staaten mit unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen mit Schärfe auf die Tagesordnung gestellt. Das Kolonialsystem ist zusammengebrochen und auf den Ruinen der Kolonialreiche sind Dutzende von neuen Staaten entstanden. Sie spielen heute eine wichtige Rolle bei der Organisierung der Vereinten Nationen, im gesamten internationalen Leben ...

Eine besondere Bedeutung hätte die Anerkennung – und die Anwendung durch alle Regierungen – der Prinzipien der friedlichen Koexistenz zwischen Staaten mit unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen...“