Sollten Sie sehen:

„Zabriskie Point“ von Michelangelo Antonioni.

Im Fernsehen: „Der geworfene Stein“ (1969), von Sándor Sara. Ungarn ist nicht nur das Land mit der kinofreudigsten Bevölkerung und der (an der Bevölkerungszahl gemessen) stärksten Filmproduktion: auch dient nirgends sonst das Kino so unmittelbar der Auseinandersetzung mit der nationalen Geschichte und Gegenwart. Das zeigt wieder Sándor Sáras Debütfilm, die autobiographisch getönte Geschichte eines jungen Ungarn während der fünfziger Jahre. Seinen Studienplänen macht die Verhaftung des Vaters ein Ende. Als Assistent eines Landvermessers lernt er einen wirklichen Kommunisten kennen, einen griechischen Partisanen und Emigranten, der eines Tages von Bauern erschlagen wird – sie hielten ihn für verantwortlich für Verhaftungen. Später erlebt der Held, wie der staatliche Gesundheitsminister die Bekämpfung von Ungeziefer in einem Zigeunerdorf zu einer erniedrigenden Prozedur werden läßt; als er dabei Aufnahmen macht, wird er von der Polizei verfolgt. Trotz des Ästhetizismus einiger Bilder ist dies eine der authentischsten Auseinandersetzungen mit dem politischen Alltag der Ràkosi-Zeit, dem „gewöhnlichen Stalinismus“. ZDF am 2. November.

„Nosferatu“, (1921), von Friedrich Wilhelm Murnau, Bayern III am 31. Oktober. „Ein einsamer Ort“ (1950), von Nicholas Ray, West III am 31. Oktober. „Brigitte und Brigitte“ (1966), von Luc Moullet, Südwest III am 31. Oktober. „Red River“ (1948), von Howard Hawks, ARD am 31. Oktober. „Träume zu verkaufen“ (1947), von Hans Richter, Max Ernst, Fernand Leger, Man Ray und Alexander Calder, West III am 1. November. „Nicht versöhnt“ (1965), von Jean-Marie Straub, Bayern III am 1. November. „Die Reise nach Tokio“ (1953), von Yazujiro Ozu, ARD am 3. November. „Der Bomberpilot“ (1970), von Werner Schroeter, ZDF am 3. November. „Die Marx Brothers im Kaufhaus“ (1941), von Charles Reimer, Hessen. III am 5. November.

Wenn Sie nichts Besseres Vorhabens

„Performance“, von Donald Cammel und Nicholas Roeg. „Medium Cool“, von Haskell Weder. „Abgerechnet wird zum Schluß“, von Sam Peckinpah. „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß, von Sydney Pollack. Lohnt sich nicht:

„Zehn Stunden für Virgil Tibbs“, von Gordon Douglas. „Unter Verwendung der von John Ball erdachten Figur, nämlich des Helden, von „In der Hitze der Nacht“, des Polizei-Leutnants Virgil Tibbs in der Verkörperung durch Sidney Poitier. Hier wird er mit einem Mord an einem leichten Mädchen befaßt. Was leidlich spannend als kriminalistische Recherche beginnt, streift dann flüchtig soziale Probleme, tippt an politische Konflikte und mündet in einen Fall von ganz individueller Tragik. Zwischendurch darf man teilnehmen am Familienleben des schwarzen Maigret. Dabei zeigt sich: Neger sind Menschen wie du und ich, mit genau denselben Sorgen und Freuden.