Der panamesische Immobilienkonzern Gramco, dessen Hauptprodukt, der USIF-Real-Estate Fund, in Finanznöte geraten ist, hat sich auf dem deutschen Kapitalmarkt in zweifacher Weise finanziert. Einmal über den erwähnten USIF-Fund, zum anderen aber auch durch den Verkauf von hochverzinslichen Obligationen sowie von Gramco-Aktien. Kein Wunder, wenn in der Bundesrepublik viele Tausende von Anlegern unruhig geworden sind. Sie fragen sich: Wann werden wir wieder über unser Geld verfügen können? Werden wir es überhaupt wiedersehen und wird sich der Kurs der Gramco-Aktie jemals wieder erholen?

Da in solchen Fällen der Wunsch aufzukommen pflegt, durch Gemeinsamkeit stark zu erscheinen, finden sich sehr schnell Leute, die eine „Schutzgemeinschaft“ ins Leben rufen. Das ist auch im Falle der geschädigten Gramco-Anleger geschehen. Die Schutzgemeinschaft der deutschen Gramco-Anleger in München will die Interessen ihrer Mitglieder vertreten.

Das ist natürlich nicht umsonst. Aber ob den zukünftigen Mitgliedern der Schutzvereinigung bewußt wird, was es sie kostet, diesem Verein anzugehören? Nach der Satzung (§ 8) sollen sie nämlich einen Monatsbeitrag zahlen, dessen Höhe 1/24 der jeweiligen Anlagesumme in USIF oder Gramco Development N. V. beträgt. Nach zwei Jahren hätte das brave Mitglied praktisch sein gesamtes Gramco-Engagement noch einmal als „Vereinsbeitrag“ aufzubringen. Ist das ein Geschäft? KW