China auf dem Weg zurück zur Politwirtschaft

Westliche Firmenvertreter gaben chinesischem. Drängen nach, und sie schließen jetzt Geschäfte auf Ren-Min-Bi-Basis, der „stabilsten; Währung der Welt“. Westdeutsche Groß- und Spezialbanken kamen ihren Kunden entgegen: Sie nahmen den Handel mit chinesischer Währung auf und richteten Konten bei der „Bank of China“ in Peking und London ein. Peking hat zwei Dinge erreicht: Es schützt sich vor Währungsverlusten bei Änderung der Paritäten westlicher Währungen; und es demonstriert aller Welt die Stabilität des Yuan und der gesamten chinesischen Wirtschaft.

Ein Blick in diese Wirtschaft, in den Produktionsapparat des volkreichsten Staates der Erde zu werfen, bleibt Ausländern schon seit Jahren versagt. Deshalb reichen die Attribute für Chinas Volkswirtschaft von „desolat“ und „durch die Kulturrevolution ruiniert“ bis hin zu einem neuen „Sprung nach vorn“.

Den „großen Sprung nach vorn“ der Jahre 1958 bis 1960 hatten die „Volkshochöfen“ begleitet. „Sie schossen wie Bambusspitzen nach dem Frühlingsregen aus der Erde empor“, wie es in einem Bericht über die Stahl- und Eisenindustrie aus jenen Jahren geheißen hatte. Gegenwärtig wird China von einer ähnlichen Bewegung erfaßt: von der Gründung kleiner Stromkraftwerke und Industriebetriebe. Diese dezentralisierte Investitionspolitik steht unter Maos „strategischer Richtlinie“: „Trefft Vorbereitungen auf einen Kriegsfall, Vorbereitungen auf Naturkatastrophen, tut alles für das Volk!“

Was hat Vorrang?

Wie Peking sich die Sache mit den örtlichen Elektrostationen vorstellt, wird am Beispiel des Kreises Yongchun in der Provinz Fukien demonstriert. Der Kreis liegt am Oberlauf des Flusses Jinjiang. „Das ganze Gebiet wird kreuz und quer von Bächen durchflössen, so daß es reich an Wasser ist. Aber vor der Befreiung gab es im Kreis nur ein kleines Wasserkraftwerk mit fünf Kilowatt, das ein Kapitalist betrieb“, so schildert das eine Untersuchung „Über den Bau von kleinen Hydroelektrostationen in Gebirgsgegenden“.

Heute dagegen sieht es dort ganz anders aus: „Wenn man nun von einer Höhe über den Kreis Yongchun blickt, sieht man überall Fernleitungen, die sich über die wogenden Berge hinziehen und Strom in die Dörfer und Bauernhaushalte bringen; in den Wäldern hört man das Geräusch von Maschinen.“ Oder in nüchternen Zahlen: Der Kreis Yongchun verfügt heute über 124 kleine Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 4000 Kilowatt. Das Ergebnis dieser Bemühungen: Im Kreis werden mehr als 800 Maschinen betrieben, rund 40 Prozent der Haushalte in den 22 Kommunen des Kreises verfügen über Strom.