Johannes Strelitz, hessischer SPD-Innenminister, wurde – wie mancher Politiker – sprachschöpferisch. Analog zur „Binsenweisheit“ meinte Strelitz, es sei eine „Binsenlüge“ zu behaupten, der Bedarf für den sozialen Wohnungsbau sei gedeckt.

Georg Leber, Bundesverkehrminister, betrat medizinisches Terrain. Auf einer Tagung der Forschungsgesellschaft für das Straßenwesen in Berlin warnte er vor restriktiven Maßnahmen im Straßenbau zur Konjunkturdämpfung und empfahl, lieber dort einzugreifen, wo die Ursachen für die Konjunkturüberhitzung lägen: „Wenn der Blinddarm schmerzt, kann man nicht die Kniescheibe behandeln.“

Jacques Vendroux, gaullistischer Abgeordneter und De-Gaulle-Schwager, pflegt „La Grande Nation“-Tradition. In einer parlamentarischen Anfrage kritisierte er den Werner-Plan, der – so Vendroux – „die schrittweise Aufgabe der nationalen Souveränitäten zugunsten einer Gemeinschaftsautorität“ vorsehe. Das ähnele bereits einer „föderalen Superregierung“. Unter Vorsitz des luxemburgischen Premiers Pierre Werner wurden kürzlich Vorschläge zu einer europäischen Währungsunion unterbreitet.

Paul A. Samuelson, Professor am Massachusetts Institute of Technology, zeigte sich „völlig überrascht“, als ihm die Nachricht von der Verleihung des Wirtschafts-Nobelpreises telephonisch übermittelt wurde. Das schrille Läuten des Telephons zu ungewöhnlich früher Morgenstunde ließ ihn zunächst befürchten, einem seiner Kinder sei etwas zugestoßen. Anschließend beeilte er sich, seine Arbeitsstätte zu erreichen – „um lästigen Fragestellern aus dem Wege zu gehen“.