Bei wilden Streiks und anderen Demonstrant. tionen von Arbeitern gehören Plakate und Spruchbänder, auf denen eine Sicherung der Arbeitsplätze gefordert wird, fast zur Standardausrüstung, obwohl die Bundesregierung immer wieder betont, daß eine Sicherung der Arbeitsplätze zu ihren wichtigsten Zielen gehört. Wieso, fragt man sich, sollen wohl auch die Arbeitsplätze gefährdet sein, wenn nicht nur fast zwei Millionen ausländische Arbeitskräfte hierzulande ihr Brot verdienen, sondern zugleich noch 800 000 offene Stellen vorhanden sind?

Doch die Angst um den Arbeitsplatz erhält einen Hintergrund, wenn man sich die Statistik ansieht, die eine Organisation der Ortskrankenkassen erarbeitet hat. Danach weisen die Gastarbeiter nämlich einen erheblich niedrigeren Krankenstand auf als ihre deutschen Kollegen. In diesem Herbst waren zwar mehr als 5,6 Prozent aller Arbeiter krank, jedoch nur 4,7 Prozent der Gastarbeiter. Allerdings sagt die Statistik nichts über die Krankheitsgründe aus.

Der geringere Krankenstand mag auch daran liegen, daß Ausländer im Durchschnitt jünger sind als ihre deutschen Kollegen, aber welcher Unternehmer wird daräuf Rücksicht nehmen, wenn ihn eine Rezession zu Entlassungen zwingt? Er wird naturgemäß vor allem diejenigen behalten, die für den gleichen Lohn die höhere Leistung bringen, gleich ob sie nun Deutsche oder Ausländer sind. mh