Im Mehlemer Wohnungsbauministerium argwöhnt man neuerdings, Minister Lauritz Lauritzens beamteter Staatssekretär Louis Storck, einst Stadtkämmerer von Hameln, habe es auf das Direktmandat seines Parteifreundes Hans Jürgen Junghans in Salzgitter abgesehen. Um sich bei den zukünftigen Wählern ins rechte Licht zu setzen, bemüht er sich auffallend emsig darum, dem salzgitterschen Wohnungsbau mit Mitteln aus dem „Feuerwehrfonds“ unter die Arme zu greifen. „So baut man sich auf, um seinen Minister abzuschießen“, interpretieren Beamte ihren Staatssekretär, der es sich nicht nehmen ließ, die Ernennung Lauritzens zum Minister als „eine Fehlentscheidung“ zu bezeichnen.

Hintergrund: Ein schwacher Minister hat zwei starke Staatssekretäre an seiner Seite. Der Parlamentarische Staatssekretär, Karl Ravens, konnte sich in letzter Zeit politisch profilieren. Auch in der SPD-Fraktion des Bundestages hat er eine unumstritten starke Stellung. Storck hingegen ist als Fachmann allseitig anerkannt.

„Auf Antrag des Mieters hat die nach Landesrecht zuständige Behörde festzustellen, ob der vereinbarte Mietzins unangemessen hoch ist, und wenn dies der Fall ist, bis zu welchem Betrag der Mietzins nicht unangemessen hoch wäre.“

Abgesehen von den noch ungelösten verwaltungstechnischen Schwierigkeiten wäre eine solche Waffe gegen überhöhte Preise auch im Haase Lauritz Lauritzens sehr gern gesehen.

Während das von Kanzler Willy Brandt eingesetzte Staatssekretärs-Quartett mit seinen Vorschlägen für eine Gewinnabgabe zunächst einmal vom Kabinett wieder zurückgepfiffen wurde, versucht Schillers Staatssekretär Philip Rosenthal die Pläne der Konkurrenz mies zu machen. Die Vorschläge des CDU-Vermögenspolitikers und Weinhändlers Elmar Pieroth würden die Wirtschaft mit 30 bis 40 Milliarden Mark jährlich belasten – gegenüber den vier Milliarden, die die Staatssekretäre als Gewinnabgabe kassieren wollten: „Ein so hochgradiges Gewinngepansche ergäbe wirklich schlechte Investitionsjahrgänge.“

Elmar Pieroth reagierte gelassen auf den Vorwurf, er wolle mit seiner „Gewinnpanscherei“ derartig hohe Summen bei der Wirtschaft zwecks Vermögensbildung abschöpfen: „Diesen Unsinn glaubt Rosenthal wohl selber nicht. Nach unserem Plan kann jeder Arbeitnehmer in 30 Jahren 80 000 Mark sparen. Im übrigen habe ich wiederholt als Obergrenze 10 bis 12 Milliarden Mark genannt.“ Über das Scheitern der Staatssekretärspläne für eine Gewinnbeteiligung kann Pieroth dennoch keine Schadenfreude empfinden: