Wenn ein Wirtschaftsunternehmen eine „Aktion“ durchführt, darf sich der Konsument gemeinhin auf eine „günstige Gelegenheit“ freuen. Daß auch der Veranstalter selbst sich einen Vorteil davon verspricht, wird niemanden wundern. Eine erfolgreiche Aktion ist im Endergebnis beiden Seiten von Nutzen. Die „Rosa Zeiten“ der Bundesbahn erfreuten nicht nur die Rentner, auch die Bahn konnte in den reisearmen Wintermonaten etliche Fahrkarten – wenn auch zum ermäßigten Preis – mehr verkaufen.

Diesen Erfolg vor Augen startete die Lufthansa ebenfalls eine Winteraktion, die allen Fluggästen bis Ende März „himmelblaue Wochenenden“ verspricht. Die deutsche Milchwirtschaft schließlich möchte den Verbrauchern zwar nicht blauen Himmel, dafür aber mit einer „Waffe gegen Umweltgefahren beglücken. Wer in besonders luftverschmutzten Gebieten wohnt, sollte nach Auffassung der Milchwirtschaft Ausgaben für Trinkmilch in Zukunft von der Steuer absetzen können.

Mancher andere Wirtschaftsverband wird diese Idee sicher dankbar aufgreifen. Wer will schließlich bezweifeln, daß der Verzehr von Seefisch, Spinat oder Lebertran nicht auch gesundheitsförderlich ist und die Abwehrkraft gegen Umweltgefahren erhöht? Auch das tägliche Gläschen Schnaps sollte in diese Überlegungen einbezogen werden. Ein kräftiger Schluck aus der Pulle macht es sicherlich leichter, die schmutzige Umwelt zu vergessen.