Von Hoimar von Ditfurth

Im Zusammenhang mit der Buchmesse war in der ZEIT neulich davon die Rede, daß es ausgesprochene „Hätschelbücher“ gebe. Gemeint waren Bücher, deren Erfolgsweg von einem potenten Verlag mit allen nur denkbaren Mitteln geebnet und gepflastert wird. In der Tat, ein Gaul, den man mit Werbedukaten überreichlich füttert, hat gut rennen.

Solche Vorzugsbehandlung erfolgt kaum jemals ganz ohne eigenes Verdienst. Dennoch ist die Zahl der Bücher entmutigend groß, die in der Überfülle des Angebots nur deshalb unterzugehen drohen, weil niemand ihnen die Chance gibt, die auch sie eigentlich verdient hätten.

Ein Beispiel für viele ist

Eduard Verhülsdonk: „Signale aus dem Mediokosmos“ – Sterne, Technik und Atome; Verlag J. Knecht, Frankfurt; 368 S., 26,80 DM.

Dieses Sachbuch geht nicht nur ohne die propagandistische Unterstützung ins Rennen, die ihm ein größerer Verlag ohne Zweifel hätte zuteil werden lassen. Es scheint mir zusätzlich auch noch durch einen Titel belastet, der den potentiellen Leser nicht informiert, sondern der durch seine Skurrilität allenfalls ratlos macht – es sei denn, man wüßte schon vor der Lektüre, daß der Baseler Zoologe und Naturphilosoph Adolf Portmann unter „Mediokosmos“ unsere zwischen subatomaren und kosmischen Dimensionen angesiedelte menschliche Umwelt versteht.

Vor dem Hintergrund dieser unserer Erlebniswelt also beschreibt, analysiert und erläutert der Autor in einer Vielzahl lose zusammenhängender Essays und Betrachtungen die wichtigsten Resultate, die Astrophysik, Weltraumforschung und Kernphysik zutage gefördert haben. Er tut es leise, unaufdringlich und im Plauderton.. Die Qualität der Beiträge geht einem gewissermaßen erst beim näheren Hinsehen auf.