Als Schule der Nation hat das deutsche Militär nach höchstem Schiedsspruch ausgedient, als Hoch- und Berufsschule soll die Bundeswehr jetzt einen neuen Anfang versuchen: Die Kommission zur Neuordnung der Bundeswehr-Ausbildung hat für Zeit-Offiziere (zwölf Jahre) ein Hochschulstudium und für Unteroffiziere ihren Bildungsvoraussetzungen entsprechende zivilnahe Ausbildungen eingeplant. Die wichtigsten Berufsgebiete: Maschinenbau, Bauingenieur, Betriebswirtschaft, Pädagogik, Psychologie und Biologie. Die Bundeswehr-Berufsausbildung soll bewußt auf den späteren Zivilberuf ausgerichtet werden. Das Bundeswehrstudium ist noch Zukunftsmusik; das neue Studium an der Bochumer Universität ist schon fertig: Dipl. rer.soc. Bochum – die neue Fachrichtung für einen Beruf in "Wirtschaft und Verbänden" (die Betonung liegt auf Verbänden). Dazu Professor von Ferber: "Jeder vierte Volkswirt wird Verbandsfunktionär" – schon heute.

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Die Grundsatzempfehlung (Struktur und Ausbau der Hochschulen) des Wissenschaftsrates liegt jetzt gedruckt vor: fast 850 Seiten in drei Bänden. Bis 1975 sollen 215 000 neue Studienplätze (heute sind es 460 000) geschaffen werden. Preis: über 20 Milliarden Mark. Bis 1980 soll es eine Million Studienplätze geben. Kosten: 39 bis 52 Milliarden

Daß Frauen ganz spezielle Berufssorgen haben, wurde in Amerika vor Gericht und in Deutschland auf der Jahrestagung der Vereinigung von deutschen Unternehmerinnen deutlich. Die Unternehmer – Präsidentin, Dr. Lily Joens, machte ihren Kolleginnen frischen Mut: "Wir glauben nicht daran, daß wir zum Tode verurteilt sind." Eine Minderheit der werktätigen Frauen Amerikas hat weniger traurige, immerhin aber auch existentielle Sorgen: Die Kellnerinnen ("Bunnies") in den Playboy-Clubs sind vor Gericht gezogen, weil sie sich diskriminiert fühlen: Wir werden bei der ersten Speckfalte gefeuert, während die Barkeeper unbehelligt fett werden dürfen. Der Fall der amerikanischen Bunnies steht schlecht – die Sache der deutschen Unternehmerfrauen steht erfreulich gut: Von 200 000 westdeutschen Unternehmern sind immerhin 24 000 (oder zwölf Prozent) Frauen.

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Wenn die Experten recht behalten, wird jeder Deutsche mit Computer-Beruf spätestens 1975 ein sehr umworbener Arbeitnehmer sein. Denn so hat Diebold analysiert, werden in der automatischen Datenverarbeitung 11 000 bis 35 000 Fachkräfte fehlen – "bei sehr zurückhaltender Schätzung". Bei Siemens rechnete Professor Heinz Gumin weniger zurückhaltend. Er kommt für 1975 auf einen Nahwuchsbedarf von 200 000 Fachkräften. Gumins Schlußfolgerung: Forcierter Ausbau staatlicher Ausbildungsstätten ist notwendig; Diebold-Folgerung: Der deutschen Wirtschaft muß ein Entwicklungsprogramm für ADV-Personal angeboten werden – von Diebold.