Von der Statistik her gesehen sollten die Kurdirektoren der deutschen Bäder eigentlich zufrieden sein: Im letzten Jahr verzeichneten die mehr als 250 Kurorte, die im Deutschen Bäderverband zusammengeschlossen sind, rund neun Prozent mehr Gäste als 1968. Insgesamt wurden 4,25 Millionen Kurgäste gezählt, der durchschnittliche Aufenthalt dauerte drei Wochen.

Doch es herrscht Unzufriedenheit. Einem Rat der Wissenschaftler folgend, haben die Badeorte in den letzten Jahren bedeutende Summen zur Modernisierung ihrer Kuranlagen ausgegeben; man denke nur an die Bewegungszentren in Bad Oeynhausen und Bad Salzuflen. Aber diese kostspieligen Anlagen bringen keinen Gewinn, und die Einnahmen aus dem Kurmittelverkauf stagnieren.

Diese Entwicklung ist vielleicht von den Kurverwaltungen selbst verschuldet: Sie suchten mit Gewalt Gäste in ihre Bäder zu locken und verhießen "Urlaub im Bad". Viele machten tatsächlich Urlaub im Bad und blockierten so den Platz für "echte" Kurgäste, die potentiellen Kunden für den geldbringenden Kurmittel-Verkauf.

Dennoch, der Trend vom traditionellen Heilbad mit "Badewannenkur" zum modernen Heilbad mit Bewegungsbädern ist nicht mehr umzukehren. Ob alle 250 Kurorte diese Entwicklung mitmachen können, bleibt abzuwarten. KDE