Geschäftsleuten", so urteilt Marc Savage, Präsident der amerikanischen Unternehmensberatungsfirma Career Directions Corporation, "muß man nicht beibringen, schlechte Nachrichten richtig anzubringen." Anders herum aber gibt es Probleme: wenn man den Managern selbst schlechte Nachrichten überbringen will.

Die amerikanische Wirtschaftszeitung Wall Street Journal schilderte, wie man heute Angestellten die schlechte Nachricht, daß sie entlassen sind, schonend beibringt. Eine Brokerfirma im New Yorker Stadtteil Manhattan, so berichtete das Journal, stand vor der Notwendigkeit, ihren stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden, einst Verkaufskanone der Firma, entlassen zu müssen.

Fred Johnson, 37 Jahre, hatte 1969 mit dem Verkauf von Effekten und Anleihen 130 000 Dollar verdient. Fünfeinhalb Jahre warb er Kunden über Kunden. Dann ging es mit ihm bergab. Johnson war kein großer Mann mehr. Er mußte gehen.

Wie "feuert" man aber einen Mann, der lange Zeit und noch dazu in einer gehobenen Position und mit einem Bombengehalt beschäftigt war? Die alte Methode "Basta, Sie sind entlassen", wenn sie auch durch großzügige Entschädigung verbrämt wird, erscheint den meisten Firmen heute als zu brutal.

In den Vereinigten Staaten ist dieses Problem bereits gelöst: In die Bresche springen sogenannte Personalberatungsfirmen, die einmal helfen, den richtigen Manager für eine bestimmte Position zu finden, und zum anderen, ausgediente "Leitende" wieder loszuwerden. Allesamt vermeiden sie den Begriff "feuern". Siehelfen – so erläutern diese Personalberater – nur beim "Entlassungsprozeß" oder in der Ausführung der "Personalbereinigung". Tatsache aber sei es, daß ein auf solche Weise entlassener Manager es leichter habe als jener, der einfach auf die Straße gesetzt wurde.

Der Fall Johnson wurde so gelöst: Die Brokerfirma erleichterte ihm den Abgang, indem sie eine Beratungsfirma engagierte, die dem gefeuerten Manager bei der Suche nach einer neuen Stellung half. Doch wie mancher andere Manager, der seiner Position enthoben wurde, bewies Johnson, daß es etwas problematisch war: Wer hoch steht, fällt tief.

Zuerst wollte er allenfalls für 75 000 Dollar oder 100 000 Dollar pro Jahr als Vorsitzender zu einer anderen Firma; schließlich müsse er seinen Lebensstandard halten. Erst lange und intensive Überredungskünste führten zum Erfolg. Nun verdient er 30 000 Dollar im Jahr als Verkaufsdirektor.