Das Bild füllt zwei nebeneinanderliegende Illustriertenseiten. Ein freundlicher Pfarrer sitzt an seinem Arbeitsplatz. Vor ihm ein dickes Buch – es sieht aus wie die Bibel –, Zeitungen, Manuskript, Bleistift – und eine Flasche "Racke rauchzart". Hinter ihm, an der Wand, Aufnahmen aus seinem Leben. Eine Geige. Und wieder "Racke rauchzart". In der Hand hält er ein Whiskyglas.

Der Anzeigentext, passend zum selig gen Himmel erhobenen Pfarrergesicht: "Hab Dank für so viel Milde. Und vergib ihnen, daß sie ihn nicht nur milde gemacht haben. Gib, daß ich stärker bin als die dreiundvierzig Prozent Radke rauchzart." Ein Gebet als Werbetext.

Die Anzeige kostete um die 57 000 Mark. Für so viel Geld will der Hersteller des Produkts etwas haben. Von der Werbeagentur eine Idee etwa nach dem Motto: Wenn selbst der Pastor Racke trinkt, warum dann nicht auch ich, Fritz Müller?

Damit erschließt die Werbewirtschaft ein völlig neues Absatzförderungsgebiet. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis zum Einblenden des Vaterunsers in einen Werbespot oder bis zum Einbau der zehn Gebote als "Gags" in eine Anzeigenkampagne. Vielleicht lassen sich auch die Psalmen als Reklametexte auswerten.

Ein Protest kirchlicher Stellen gegen Rackes "Gebetswerbung" ist bisher nicht bekannt, izh