John ist Fernseh-Reporter, clever und cool; seine Umwelt interessiert ihn ausschließlich als Kamerafutter, Menschen nur, wo sie eine "story" versprechen. Als er einmal einem Fall nachgeht, erkennt er die Oberflächlichkeit seiner Perspektive, und der "kalte" Kameramann wird ein politisch bewußter Filmmacher, der seine "Läuterung" (überflüssigerweise durch die Veränderung seiner Beziehungen zu Frauen symbolisiert) mit dem Leben bezahlt. Haskell Wexler war der Kameramann berühmter Hollywood-Filme. Sein Regiedebüt "Medium Cool" ist wie ein Lehrstück über das Metier: über den gefährlichen Reizwert von Bildern revolutionärer Aktionen; über die Schwierigkeit, die eigenen Zweifel und Skrupel, die Selbstreflexion des Machers, mitzudrehen, so daß die fertigen Bilder den Zuschauer nicht manipulieren, sondern seine eigene Reflexion freisetzen; über den Zwangsmechanismus eines Mediums, das da am stärksten die Wirklichkeit arrangiert, inszeniert und verändert, wo es vorgibt, sie authentisch zu dokumentieren. Wexlers Film läuft seit zwei Wochen in der Bundesrepublik W. D.