Einstein hat ihre Existenz postuliert, und Professor Joseph Weber von der Universität Maryland glaubt, sie entdeckt zu haben: die Gravitationswellen, die die Massenanziehung bewirken. Vorerst freilich steht noch nicht fest, ob die Signale, die Weber mit seinen Detektoren registriert hat, tatsächlich von diesen Schwerkraftwellen herrühren.

Aus diesem Grunde wäre eine Bestätigung der Weberschen Befunde mit anderen, nämlich radioastronomischen Mitteln wünschenswert. Ihr galten Versuche, die Wissenschaftler in Dublin und in Cambridge (England) ausgeführt haben, um mit Antennen, die an fünf verschiedenen Orten aufgestellt worden waren, Radiowellen aus dem Zentrum unserer Galaxis zu empfangen, aus der Gegend, woher die Gravitationswellen – falls sie überhaupt existieren – mit größter Wahrscheinlichkeit kommen müßten. Die Suche aber blieb bislang ohne Erfolg.

Ereignisse im Milchstraßensystem, von denen Gravitationswellen ausgehen, müßten der Theorie nach von so gewaltigen Ausmaßen sein, daß dabei auch Radiostrahlen entstehen. Würde es gelingen, solche Strahlen zu entdecken und nachzuweisen, daß sie mit den von Dr. Weber mit einem anderen Instrument empfangenen Signalen korreliert sind, dann wäre dies eine kräftige Stütze für Webers Vermutung, daß es sich hier um Gravitationswellen handelt – eine Annahme, der manche Physiker noch mit großer Skepsis gegenüberstehen.

Falls jedoch die charakteristischen Radiowellen nicht gefunden werden, braucht dies keineswegs gegen Webers vermeintlichen Nachweis der Gravitationswellen zu sprechen. Es könnte zum Beispiel sein, daß diese Radiostrahlen von der Erdatmosphäre absorbiert werden. W. U.