Der Streit um den Festlandsockel in der Nordsee geht seinem Ende entgegen. Regierungsvertreter aus Holland, Dänemark und aus der Bundesrepublik haben jetzt in Den Haag Verträge über die Neuverteilung des Festlandsockels paraphiert. Deutschlands Landgewinn: 12 000 Quadratkilometer. Gegenüber der urspünglichen Aufteilung muß Dänemark 7000 Quadratkilometer und Holand 5000 an Deutschland abtreten.

Der jetzigen Regelung ist ein Jahrelanger Rechtsstreit vorausgegangen. Nachdem die UNO-Seerechtskonferenz 1964 in einer Konvention Leitgrundsätze zur Aufteilung von Festlandsockeln nieder-, legte, wurde die Nordsee von den Aniegerstaaten England, Norwegen, Dänemark, Deutschland und Holland aufgellt.

Der Aufteilung wurde das "Aquidistanzprinzip" zugrunde gelegt: Die territorialen Landesgrenzen werden so in das Meer hinaus verlängert, daß jeder Punkt auf dieser "Grenze" von den benachbarten Küsten gleichweit entfernt ist.

Durch den Winkel, den die Deutsche Bucht bildet, mußte die Bundesrepublik schlecht abschneiden. Ihr blieb das sogenannte "nasse Dreieck" mit einer Fläche von rund 23 000 Quadratkilometern, während Holland 62 000 und Dänemark 52 000 Quadratkilometer für sich beanspruchten.

Vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag ließ die Bundesrepublik die Rechtslage klären. Im Februar 1969? wurde Deutschlands Anspruch auf einen größeren Anteil am Festlandsockel von dem hohen Gericht anerkannt. Dänen, Holländer und Deutsche verhandelten über eine neue Gebietsaufteilung auf der Grundlage, daß Deutschland einen "angemessenen Anteil" am Nordseeboden erhält. kde