Hermes war bekanntlich jener griechische Gott, der als Schutzpatron der Kaufleute, aber auch der Diebe galt. In neuer Zeit verschafft Hermes der deutschen Wirtschaft ein relativ sorgenfreies Exportgeschäft. Denn über die Hermes Kredit-Versicherungs AG deckt der Bund im Rahmen seiner Exportförderung mittels Ausfuhrgarantie und Bürgschaften die mit dem Export verbundenen wirtschaftlichen wie politischen Risiken ab.

Seit es nun den mit Bundesbürgschaften möglich gewordenen spektakulären Fall um den Staudamm in Portugiesisch-Moçambique gab, häufen sich Stimmen, die eine stärkere politische Motivierung bei der Vergabe von Hermes-Versicherungen fordern. Nur so könnten politisch unliebsame Projekte, wie etwa die Unterstützung eines Koloniallandes, verhindert werden. Doch Andeutungen in diese Richtung genügten, um die großen Wirtschaftsverbände auf den Plan zu rufen, um die Regierung von solchen Vorhaben abzubringen.

Hinter den Kulissen geht das Tauziehen weiter. Manches spricht dafür, daß der Bund, der bei der Vergabe der Garantien entscheidend mitwirkt, gewissermaßen ohne großes Aufhebens von sich aus das politische Risiko für Exporte etwa in den letzten afrikanischen Kolonialbastionen so hoch schraubt, daß eine Export-Versicherung über Hermes von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Dies ist eine bedenkliche Methode; es wäre besser, Bonn bekennt sich zu dieser Haltung, denn dann wüßte jedermann, wo er dran ist. Ein "Hintenherum" paßt nicht zu der erklärten Politik von "mehr Demokratie".

hff