Eines muß ich jetzt einschalten: Es lohnt sich nicht, Schiffsbeteiligungen zu erwerben, wenn man mit seiner Einkommensteuerprogression unter 40 Prozent liegt. Außerdem kann man den steuerlichen Segen bei Schiffsbeteiligungen nur dann in Anspruch nehmen, wenn man mindestens acht Jahre an seiner Beteiligung festhält.

Bei allen Rentabilitätsberechnungen darf man nicht nur die angenehm hohe Abschreibungsquote des ersten Jahres sehen, sondern muß sich auch die steuerlichen Konsequenzen der Folgejahre überlegen. Das kann in der Regel nur ein Steuerberater, aber auch nur dann, wenn ihm die entsprechenden Unterlagen zur Verfügung stehen. Nereus hält damit nicht hinter dem Berg. Daß sauber kalkuliert wird, ergibt sich aus den Prospekten, in denen keine Kosten enthalten sind, die in Wirklichkeit gar nicht anfallen, sondern nur die Taschen der Vermittler füllen sollen. Was auf diesem Gebiet geschieht, meine verehrten Leser, grenzt gelegentlich ans Kriminelle.

Welcher handfester Nutzen läßt sich nun aus einer Anlage nach dem Nereus-Modell erzielen? Solche Rechnungen müssen immer mit einigen Unbekannten gemacht werden. Unterstellen wir einen 50prozentigen Einkommensteuersatz, eine gleichbleibende steuerliche Belastung in den nächsten 16 Jahren und einen Verkaufspreis für das Schiff, der unter den heutigen Gesichtspunkten als marktgerecht gilt, so liegt der Nutzen dieser Anlage etwa doppelt so hoch, als wenn das Geld nach Halbierung durch die Steuer in 8 1/2sprozentige Wertpapiere angelegt worden wäre. Das nur als ungefähren Anhaltspunkt,

Beim Vergleich beider Anlagemöglichkeiten ist jedoch zu berücksichtigen, daß zwischen ihnen fundamentale Unterschiede bestehen. Bei der Anlage von Wertpapieren ist der Ertrag gesichert. Das Risiko bei dieser Anlage liegt in den inflationären Tendenzen, die den Wert mindern. Diese Gefahr ist um so größer bei einer Regierung, die wirtschaftliches Wachstum und Vollbeschäftigung vor der Währungsstabilität rangieren läßt.

Bei einer Kommanditbeteiligung beteiligt man sich an einem Sachwert, der in seinem realen Wert erhalten bleiben kann. Andererseits beteiligt sich der Kommanditanleger auch am in der Schiffahrt liegenden Risiko, das heißt, daß die der Rechnung zugrunde liegenden Zahlen nicht sicher vorausbestimmt werden können. Ein weiterer bedeutender Unterschied besteht darin, daß die Anlage in Wertpapieren liquidisierbar ist, was bei einer Kommanditbeteiligung – abgesehen von der erwähnten steuerlichen Sperrfrist – auf Grund der nicht vorhandenen Fungibilität nicht in gleicher Weise möglich ist.

Zusammengefaßt: Die Schiffsbeteiligung ist als Teil der Gesamtvermögensanlage eine durchaus vorteilhafte Angelegenheit, falls das Geld zuverlässigen Leuten zur Verfügung gestellt wird. Im Falle Nereus ist das der Fall. Die Landesbank in Hamburg ist es ihrem Ruf schuldig, dafür zu sorgen, daß nur "saubere Sachen" angeboten werden. Das Aufgeld von 5 Prozent, das von ihr gefordert wird, ist branchenüblich. Davon hat die Bank noch Kapitalverkehrssteuern an das Finanzamt abzuführen. Neben dem Aufgeld berechnet Nereus eine minimale monatliche Verwaltungsgebühr für die von ihr finanzierten Objekte.

Die Nachfrage nach Nereus-Schiffsbeteiligungen ist gegenwärtig größer als das Angebot. Deshalb gibt es Reservierungslisten. Trotz der erhöhten Verwaltungskosten bevorzugt Nereus Zeichnungen aus dem sogenannten "Mittelstand", dem hier Gelegenheit geboten werden soll, an den Segnungen der Steuergesetze teilzuhaben. Interessant: 25 Prozent der Beitrittserklärungen entfallen auf Ärzte, die allerdings nur 14 Prozent des Kommanditkapitals gezeichnet haben.