Aus zwei Quellen ist der Entwurf des deutsch-polnischen Vertrages bekannt geworden. Der NPD-Vorsitzende Adolf von Thadden verlas den Text im Indikativ auf einer Wahlversammlung; der Springer-Inlanddienst brachte ihn im Konjunktiv. Danach soll der Vertrag aus einer Präambel samt vier Artikeln bestehen und folgenden Inhalt haben:

Artikel 1 stellt fest, daß die gegenwärtige Grenzlinie an Oder und Neisse die Westgrenze Polens ist und daß die Bundesrepublik Deutschland heute und künftig von sich aus nichts unternehmen wird, um diesen Zustand zu ändern.

In Artikel 2 verpflichten sich die Vertragspartner bei der Regelung aller bilateralen Fragen auf Gewalt und auf Drohung mit Gewalt zu verzichten. Die Bundesrepublik verpflichtet sich, das Lebensrecht der Polen in den Gebieten jenseits von Oder und Neisse zu achten und ihr Territorium zu respektieren.

Nach Artikel 3 soll, ausgehend von dem Vertrag, eine Normalisierung der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Polen angestrebt werden.

Artikel 4 legt fest, daß von dem Vertragswerk alle bestehenden Verträge unberührt bleiben, die beide Seiten anderweitig eingegangen sind.