Aktuelle Mode aus Florenz – wieder klassisch

Zwanzig Jahre in der Mode, das heißt vierzigmal Kollektionen herstellen, vorführen und verkaufen. Florenz, die Stadt der schönen Künste (und der elegantesten alten Damen) feierte Mode-Jubiläum mit seiner 41. Präsentation. 89 Firmen schickten für die Herren "Hemden und Freizeitmode" über den Laufsteg, für die Damen: Leder- und Maschenmode, Boutique-Moden sowie Modapronta, also Konfektion in verschieden hohen Preislagen.

Jahrein, jahraus treffen sich in der Salla Bianca des Palazzo Pitti Einkäufer der Konzerne und Mitarbeiter der Textilindustrie und großer Modehäuser, und diesmal 260 Journalisten aus zwanzig Nationen.

Gianbatista Giorgini, der Initiator der Florentiner Mode, nennt das "the big family of Fashion". Vorbildlich die Organisation: numerierte Zulassungskarten, Kollektions-Stichworte und Ansage in drei bis vier Sprachen, Tempo dank Scharen von Mannequins, Rauchen verboten, strikte Einhaltung der Vorführungszeiten. Als Background werden Florenz und Umgebung gleich zur Werbung durch das Ministerium für Tourismus genutzt. Florenz, Mitte Oktober mit sommerlicher Sonnenhitze und warmen Vollmondnächten, bot die beste Voraussetzung für eine Mitternachts-Tanzparty. So wurde in eine Villa der Strozzis eingeladen; in Sälen, Salons und Boudoirs mit prächtig kassettierten Decken und Wandmalereien tummelte man sich bei weit geöffneten Fenstern mit Blick auf ausgezirkelte Rennaissancegärten und eine hügelige Zypressenlandschaft.

Während in Rom die "Alta Moda" residiert, Konkurrenz der "Haute Couture" von Paris, setzt Florenz neue Trends als Alternative zur Prêt-a-porter-Mode von Paris, London und den skandinavischen Ländern. Kreative Einzelgänger oder Mini-Teams vermitteln ihre Ideen an Firmen mit bekannten Namen, die in Florenz ihre Richtkollektionen zeigen: wohin die Mode läuft... Selten werden sie gleich zu "Rennern", dienen mehr als anregender Schock; und "Tragbares" hängt in den Verkaufskojen für konservative Kunden bereit.

Im Moment laufen zwei Trends nebeneinander. Einmal die Mode, bei der man sicher ist, daß sich "Erwachsene" nicht an ihr vergreifen werden, die "Pop- und Kitsch-Mode". Zum anderen, genau im Gegenteil, eine Mode, die "Zurück zum grauen Flanell" und "Klassiker, ahoi" heißen könnte.

Wie aus alten Filmen