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"Unser Vietnam ist weder in Moskau oder Peking noch in Havanna oder Belgrad. Es ist in Chile." Salvador Allende

neuer chilenischer Präsident

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"Mein liebster Politiker in Europa ist Willy Brandt. Er ist etwa genauso alt wie ich, und wir scheinen in jeder Hinsicht gleich zu empfinden." George Brown

Ex-Minister der abgewählten Labour-Regierung

und Mitglied des Oberhauses

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"Die DDR läßt Salz in alte Wunden streuen – jeder weiß, daß dies die Heilung erschweren muß." Helmut Schmidt

Bundesverteidigungsminister

"Ich weiß, wie ich mein Leben verbracht habe und was ich und meine Familie getan haben. Wir haben keine Geheimnisse. Warum sollte das Innenministerium Geheimnisse um uns haben?" Rudi Dutschke

zum Ausweisungsverfahren des Londoner

Innenministers Maudling

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"Menschen, denen es an Nahrung fehlt, haben keine Zeit zum Nachdenken."

Barbro Kulvik-Siltavuori

finnische Designerin, auf der Ausstellung "Tisch ’80"

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"Wenn man das kapitalistische System mit zwei Molotow-Cocktails vernichten könnte, würde ich sie werfen. Aber ich glaube nicht, daß man das Ziel auf diese einfache Weise erreichen kann." Bernadette Devlin

Parlamentsabgeordnete aus Nordirland

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"Der Frack ist nach wie vor Gesellschaftsanzug Nr. 1 für den Herrn." Erica Pappritz

Bonner Protokollexpertin

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"Bisher hat die Opposition nur eines erreicht: Sie hat einen Mitläufer gefunden: Erich Mende. Und für sie bietet er nun Wahlzertifikate an." Karl Schiller,

Bundeswirtschaftsminister

Rednertausch

Willy Brandt und Gustav Heinemann werden mit der Tradition brechen, nach der der Bundeskanzler die Weihnachts- und der Bundespräsident die Neujahrsansprache an die Bevölkerung hält. Statt dessen werden sich jetzt der Präsident zu Weihnachten und der Kanzler zu Neujahr äußern. Der Tausch geht auf die Überlegung zurück, daß Heinemann zum Weihnachtsfest besser über soziale Themen sprechen und Brandt zu Neujahr eine grundsätzlich politischere Rede halten könne.

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Gold in der Ostsee

Auf dem Grund der Ostsee zwischen Kolberg und Rügen wollen polnische Taucher nach einem deutschen Schiff suchen, das kurz vor Kriegsende versenkt wurde. Seine "Laderäume waren mit Gold gefüllt", das die Deutschen "aus Kolberg retten" wollten, schreibt das Parteiorgan "Glos Koszalinksi". Noch kurz vor der Kapitulation haben deutsche Marineeinheiten erfolglos nach dem gesunkenen Schiff gesucht, heißt es.

In die Ecke

Trotz mancher Gegensätze gab es bei den Gesprächen, die der britische Außenminister Sir Alec Douglas-Home und Sowjetaußenminister Gromyko in der vergangenen Woche miteinander führten, auch erfreuliche Augenblicke. So kam es zu Ende der Verhandlungen zu folgendem Dialog – Sir Alec: "Sollten sich unsere Beamten jetzt nicht nach draußen begeben und einen Kommunique-Entwurf für uns vorbereiten?" Gromyko: "Ja, aber warum sollen sie in ein. anderes Zimmer gehen? Sie könnten doch auch dort in der Ecke sitzen." Alec: "Wir sollen sie in die Ecke stellen? Hierzulande bedeutet das, daß wir sie für Dummköpfe halten." Gromyko: "Ha, ha! Dummköpfe. Sehr gut. In Rußland ist die Ecke ein geheiligter Platz. Dort hängen wir unsere Ikonen auf."

Pensionen für Präsidenten

Nachdem sich Präsident Nixon und Lyndon Johnson wiederholt dafür eingesetzt haben, wird der amerikanische Kongreß wahrscheinlich in Kürze die Pensionen für ehemalige Präsidenten von 25 000 Dollar auf 60 000 Dollar jährlich erhöhen. Johnson hat Nixon zu verstehen gegeben, daß er selber nicht mehr Geld brauche, wohl aber der kränkelnde Expräsident Harry Truman. Lyndon Johnson hatte sich schon einmal für den unbegüterten Truman eingesetzt. Auf seinen Vorschlag war 1958 die Präsidentenpension eingeführt worden.

Aus den Fingern gesogen

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Ein Kurt-Schumacher-Kreis, den angeblich SPD-Mitglieder in Baden-Württemberg gegründet haben, um den Linkskurs in der SPD zu bremsen, ist vorläufig in der Südwest-Landschaft nicht auszumachen. Der SPD-Abgeordnete Corterier, der diese Gruppe unterstützen soll: "Das ist alles dummes Zeugs. Das haben sich irgendwelche Leute aus den Fingern gesogen." Und Peter Conradi, Mitglied des Landesvorstands der SPD in Baden-Württemberg: "Wir wissen, daß sich ein paar Altgenossen mit Jungkonservativen zusammengefunden haben, die eben schon seit längerem gegen Linksauswüchse in der SPD mauscheln. Wir wären froh, wenn sie sich endlich, auch nach außen hin, deutlich als Gruppe artikulieren würden."

Preisträger Gresmann

Unter den diesjährigen Theodor-Wolff-Preisträgern ist auch der ZEIT-Redakteur Hans Gresmann. Er erhielt die Auszeichnung für seine Reportage aus Südamerika: "Generäle und Guerilleros".