Sie hat ein Kindergesicht voller Sommersprossen, kaut an den Fingernägeln und lebt in einer Märchenwelt. Und heißt auch noch Melancholie. Was geschieht, wenn solch ein zerbrechliches Wesen in eine knifflige old-fashioned Hitchcockian murder mystery" ("Time") hineinschliddert? Ganz einfach: Ihre Naivität setzt die geschmierte Thriller- und Bonditis-Automatik lahm, das Genre bleibt auf der Strecke und Hitchcocks berühmter McGriffin-Trick auch, am Ende sogar der routinierte Mr. Dobbs im Clark-Gable-Look: Der ist kaltschnäuzig, brutal und zärtlich zugleich, nennt sie "Love, Love", weil das auf ihrer Schürze steht, malträtiert sie mit Unmengen Alkohol, quält sie und verhört sie. Aber das kleine Aas kontert immer wieder und bleibt standhaft – der Kampf einer großen Katze mit einem kleinen Sperling, sagt der Regisseur, und zum Schluß frißt der Sperling die Katze: Mr. Dobbs hat sich verliebt. "Der aus dem Regen kam" ist ein ironischer Psycho-Krimi, ein von keinem erwartetes Comeback des Franzosen René Clement und ein Bravourstück für Marlene Jobert und Charles Bronsen. W. D.