Einer der Entführer des Handelsministers der kanadischen Provinz Quebec, Pierre Laporte, ist verhaftet. Der 19jährige Student Bernard Lortie gestand am Wochenende, mit drei Komplicen Laporte am 10. Oktober entführt zu haben, bestritt aber jede Beteiligung an den? Mord. Die Leiche des Ministers war acht Tage nach der Entführung in Montreal aufgefunden worden.

Lortie ist Mitglied einer Zelle der Befreiungsfront für Quebec. Mit der Entführung Laportes sollte eine andere Zelle unterstützt werden, die am 5. Oktober den britischen Handelsattache James Cross in ihre Gewalt gebracht hatte. Eine Verbindung oder Absprache zwischen beiden Zellen bestand angeblich nicht. Nach langer Unsicherheit wächst die Hoffnung, daß Cross doch noch lebt. Eine Tageszeitung erhielt drei Photos, die Cross lebend zeigen. Ein Bild war handschriftlich signiert. Justizminister Choquette sicherte den Entführern erneut zu, sie könnten Kanada ungehindert verlassen, wenn sie Cross freigäben.

Die harten Bestimmungen des über Quebec verhängten "Wir Measures Act" stoßen zunehmend auf Kritik. Das kanadische Unterhaus verschob nach kurzer Debatte die Abstimmung über eine Vorlage, die die harten Bestimmungen des Kriegsrechts besonders für Verhaftete lockern sollte.