Wohlstand und Massenkonsum bringen keineswegs nur Annehmlichkeiten mit sich. Die Kehrseite der Medaille, man erfährt es täglich neu, heißt Lärmbelästigung, Wasser- und Luftverschmutzung – und "Wohlstandsmüll". Seit es nämlich Bierdosen, Einwegflaschen, Wegwerfbehälter und Kunststoffverpackungen gibt, kämpft man auch mit deren Vernichtung.

Die Vereinigten Staaten, Land des Fortschritts und des Massenkonsums, sind uns auf diesem Gebiet wie so oft voraus: bei der Erfindung der Behälter wie bei dem noch unbewältigten Problem der Müllhalden. Neuerdings suchen die Amerikaner im Weg zurück den Fortschritt: Sie kehren zum Pfand zurück. In etlichen Gemeinden der USA sucht man dem Müll durch neue Gesetze und Verordnungen beizukommen. Für Bier und Erfrischungsgetränke in Flaschen und Dosen soll wieder das Rücknahme-Pfand eingeführt werden.

Die Hersteller reagierten bereits: Flaschen und Dosen werden von ihnen zurückgekauft. Und Kunststoffproduzenten bieten Flaschen an, die in normalen Müllverbrennungsanlagen vernichtet werden können, ohne daß giftige Dämpfe entstehen. Auch die US-Brauereien arbeiten an entsprechenden Lösungen. Es ist zu hoffen, daß unsere Wirtschaft diese Entwicklung aufmerksam verfolgt. Vielleicht könnten wir uns den beschwerlichen und teuren Weg über weitere Berge von Wohlstandsmüll ersparen. gf