Die Frage der richtigen Menschenführung ist für jedes Management ein zentrales Problem. Denn die Qualität der Führung hat entscheidend Anteil am Erfolg des Unternehmens. In der Theorie gibt es heute eine Fülle von Führungssystemen oder Führungstechniken, die zum Teil in der Praxis erfolgreich angewendet werden. Bei der Übertragung in die Praxis aber ergibt sich fast immer die Notwendigkeit, die Theorie erst für die spezielle Situation des Unternehmens brauchbar zu machen. Dr. Ernst Zander, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Hamburgischen Elektrizitätswerke (HEW) setzt sich hier mit wichtigen Aspekten des Führungsproblems auseinander und umreißt als Beispiel aus der Praxis die von den HEW gefundene Lösung.

Die Lösung von Führungsproblemen ist im Grunde eine uralte Aufgabe. Allerdings ist diese Problematik in der Bundesrepublik wie in einigen anderen Ländern noch nie so heftig diskutiert worden wie gerade in den letzten Jahren.

Das verstärkte Interesse an Führungssystemen ist nicht zufällig, sondern ist auf konkrete Veränderungen zurückzuführen, die eine Führung gerade in der letzten Zeit zunehmend kompliziert haben. Im Vordergrund stehen dabei die Entwicklungen, die auch von der Diskussion um die Mitbestimmung berührt werden, nämlich daß der gesellschaftlichen Situation angepaßte Führen der Mitarbeiter in den Unternehmen.

Die Menschen sind durch ihre Stellung im politischen Leben aber auch auf Grund ihrer Ausbildung selbstbewußter geworden, verlangen eine bessere Information und wollen schließlich mitentscheiden. Von den Arbeitnehmervertretern wird die Gleichbehandlung der Mitarbeiter nicht nur als Grundsatz für die materiellen Teile des Arbeitsverhältnisses gefordert, sondern auch als wichtiger Bestandteil der Führung angesehen.

Diese letzte Forderung engt den je nach Mentalität und Ermessensspielraum sehr unterschiedlich entscheidenden Vorgesetzten beträchtlich ein. Richtlinien der Geschäftsleitung sind hierbei unentbehrlich. Sie sollen den Rahmen für die Zusammenarbeit von Mitarbeitern und Vorgesetzten im Unternehmen wiedergeben, nicht aber detaillierte Verhaltensvorschriften, die weder dem Vorgesetzten noch dem Mitarbeiter Spielraum für die Entfaltung ihrer Persönlichkeit und für sachgerechte Entscheidungen lassen.

Manchmal entsteht heute aber der Eindruck, Führungsgrundsätze und -systeme seien einfach Mode geworden.

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