Mit Sprays, die die Symptome ihres Leidens lindern sollten, haben sich schon manche Asthmakranke umgebracht, weil sie diese Arzneimittel allzu reichlich inhaliert hatten. Doch war bislang unklar, welcher Bestandteil der inhalierten Stoffe den Asthmatikern das Leben gekostet hat. Jetzt glauben zwei Mediziner der Universität von Illinois, George Taylor und Willard Harris, den "Killer" gefunden zu haben. Ihrer Ansicht nach lauert er in jeder Spraydose, gleichgültig ob sie ansonsten Adrenalin, Deodorant, Anstrichfarbe, Haarspray, Sonnenöl oder Insektengift enthält. Gefährlich nämlich, so vermuten die beiden Wissenschaftler, sei das Gas (Flourtane), das den Stoff aus der Dose treibt.

Die beiden Forscher stützen ihre Ansicht auf Experimente mit Mäusen. Eine Gruppe von 22 Tieren war mit dem Gas einmal kurz besprüht und ein paar Minuten später in eine Plastiktüte gesteckt worden. Bei dem darin herrschenden Luftmangel wurde der Herzrhythmus schon nach weniger als einer Minute langsamer und unregelmäßig, und obwohl die Mäuse daraufhin sofort aus der Tüte genommen wurden, starben zehn von ihnen an Herzversagen. Zwölf Mäuse einer Kontrollgruppe, die nicht vorher das Aerosol eingeatmet hatten, wurden ebenfalls in Plastiktüten gesteckt und nach vier Minuten wieder daraus befreit, ohne daß sie Herzschäden davongetragen hatten.

Jedenfalls bei Mäusen, so folgern Taylor und Harris aus ihrem Versuch (Journal of the American Medical Association, Band 214, S. 81) verringert das Aerosol-Treibmittel die Belastbarkeit des Herzens. Möglicherweise habe es diesen Effekt auch beim Menschen, woraus sich der Tod von Asthmakranken nach Inhalation von Aerosolen erklären würde: Das Herz war nicht mehr fähig, einen für Asthma typischen Erstickungsfall zu überstehen.

Dies aber würde bedeuten, daß das in Sprays verwendete Gas nicht, wie man bisher angenommen hat, inert und darum für Menschen harmlos ist. -ow