Fast wöchentlich werden neue Fonds ins Leben gerufen. Und das in einer Zeit, da die bestehenden Fonds über einen schlechten Absatz ihrer Anteile klagen. Die Fonds-Gründungen gehen also nicht auf eine Marktlücke zurück – sie gibt es längst nicht mehr. Fonds sind eben auch heute noch ein Geschäft. Mit Sicherheit für die Fonds-Gründer (in der Bundesrepublik überwiegend Kreditinstitute), für die Vertriebsfirmen (ebenfalls überwiegend Banken und Sparkassen) und auch für die Investment-Vertreter, soweit solche von den Vertriebsfirmen eingesetzt werden. Ob Fonds letztlich auch für die Sparer ein Geschäft sein werden, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Aus unserer Tabelle geht eindeutig hervor, daß sich in den ersten zehn Monaten dieses Jahres das Investment-Sparen nicht gelohnt hat. Spareinlagen mit Mindestzins hätten mehr gebracht. Das ist sicherlich nicht in erster Linie Schuld der Fonds-Manager, sondern geht in der Hauptsache auf die fast weltweit gewordene Börsenbaisse zurück. Die bei den einzelnen Fonds recht unterschiedlichen Ergebnisse geben allerdings zu denken. Natürlich kann man keinen Rentenfonds mit einem reinen Aktienfonds vergleichen. Ein Vergleich ist aber zum Beispiel möglich zwischen dem international investierenden Fonds Intervest (unter maßgeblichem Einfluß der Deutschen Bank) und dem IOS-Fonds Investors, der nach seinen Satzungen ebenfalls weltweit tätig sein, darf. Intervest-Zertifikate büßten seit Jahresbeginn "nur" 9,2 Prozent ein, bei Investors waren es 20,5 Prozent. Über Absatzmangel konnte Investors nicht klagen, denn viele deutsche IOS-Sparer tauschten ihre "internationalen IOS-Fonds" (heute in der Bundesrepublik nicht, mehr zum öffentlichen Verkauf zugelassen) in Investors, weil das vorübergehend spesengünstig möglich war. Doch scheint Investors einem solchen Ansturm nicht gewachsen gewesen zu sein.

Daß ein Fonds-Management, wenn es verschiedene Fonds zu verwalten hat, recht unterschiedliche Eigenmittel erwirtschaften kann, führt der Fall Akkumula vor Augen, der zweitschlechteste Fonds unserer Tabelle, unter Führung der Deutschen Bank stehend. Bei Akkumula erfolgt keine Ausschüttung.

Von den in der Bundesrepublik zugelassenen Aktienfonds verzeichnet 1970 allein Interkapital einen kleinen Gewinn von 0,9 Prozent. Interkapital ist der frühere Brauereifonds, der in seiner bisherigen Zusammensetzung beachtliche Erfolge erzielt hat.

Die Ergebnisse des Monats Oktober reichen von – 5 Prozent beim Accudeka (für den die Sparkassenorganisation verantwortlich zeichnet) bis + 1,5 Prozent beim Ivera Fonds (früher Argenta), der im wesentlichen vom Kölner Bankhaus Herstatt gemanagt wird. K. W.