In London, der Stadt der Herrenmode, ist ein Katalog mit den Namen der zehn Männer herausgekommen, die "den meisten Sex" haben. Es handelt sich um eine Weltrangliste, die vom New Yorker Bürgermeister Lindsay angeführt und vom Londoner Sänger Tom Jones abgeschlossen wird. Minister Moshe Dayan vertritt Israel, Premierminister Pierre Trudeau Kanada, Schauspieler Alain Delon Frankreich. Kein Deutscher ist dabei. Wir sind nicht sexy, jedenfalls nicht in den Augen der englischen Sachverständigen, die diese Auslese getroffen und im haben. Sketch" veröffentlicht haben.

Wenn man ganze Völker mit einem Katalog vor die Köpfe stoßen kann, dann ist dies hier geschehen. In der Bundesrepublik ist die Liste mit Empörung zur Kenntnis genommen worden; und die Hamburger "Morgenpost" rief ihre Leserinnen auf, die Stimme für einen prominenten deutschen Sexy-Mann abzugeben, und sei es nur ein einziger.

Allerdings, es müßte doch mit dem Deibel zugehen, hätten wir keinen Landsmann, den man dem farbigen Schauspieler Lockaart, dem Show-Man Frank Sinatra, den Darstellern W. Beatty und P. Newman oder wenigstens dem Pop-Stöhner Mick Jagger zur Seite stellen könnte.

Nun müssen wir aber auch sagen, daß, was dem einen recht, dem anderen billig ist. Mit anderen Worten: Nicht wir Deutschen allein sind wieder einmal übergangen worden; kein Däne, zum Beispiel, ist auf der Liste, obwohl Dänemark doch als das Land gerühmt werden will, das am meisten sexy ist. Kein Italiener beispielsweise, obwohl die Pappagalli sich Sex-Ruhm in der ganzen Welt errungen haben.

Übrigens: Wenn "sexy" mittlerweile ein Wort ist, das sich in der deutschen Sprache eingebürgert hat, müssen wir es steigern können: Kiesinger ist sexy, Strauß ist sexier, aber am sexisten im ganzen Land ist Willy Brandt.