Bislang aber wehren sich noch viele der Antiquitätenhändler – ganz im Gegensatz zu ihren Kollegen aus den Galerien moderner Kunst – gegen eine Markttransparenz ihrer Branche. Fälschlicherweise renommiert der Handel mit älter Kunst immer noch mit dem Hinweis, eine "Geheimwirtschaft" zu betreiben – Umsatz und genaue Preise werden nach wie vor nicht publiziert.

Doch die Antiquare würden nur im eigenen Interesse handeln – das machen die verstärkten Bemühungen von Publikationsorganen wie Börsen-, Wirtschaftszeitungen und Investmentzeitschriften, den Kunstmarkt als Wirtschaftskomplex ernst zu nehmen, deutlich –, wenn sie Daten und Normen publizierten, die der Erfassung des Kunstmarktes dienlich sind.

Das Image der Münchner Messe hat sich in diesem Jahr verbessert. Der bäuerliche Hausrat, das einstige Lokalkolorit also, ist im Gesamtbild der Messe nun in den Hintergrund geraten. Durch eine geschickte Raumverteilung im Hauptsaal, welche die Placierung so renommierter Händler wie Dr. Seling, Herzer, Neuhaus und Julius Böhler erst ermöglichte, ist der Gesamteindruck wesentlich verbessert worden. Im übrigen war das Angebot der mittleren Ware besser sortiert als in den Jahren zuvor, so daß sich auch die Substanz der Kunstmesse von München verbessert hat. Klaus-Hartmut Olbricht