Die Volksrepublik China ist in die internationale Politik zurückgekehrt. In der vorigen Woche hat Italien als 50. Staat und als siebentes Nato-Land die Volksrepublik anerkannt. Belgien hat, ebenso wie Österreich, seine Absicht bekundet, bald volle diplomatische Beziehungen zu Peking aufzunehmen. Von Luxemburg, Äthiopien und Chile wird ein gleicher Schritt erwartet.

Peking hat nach der Phase der Kulturrevolution mit Erfolg versucht, die teils selbstverschuldete "außenpolitische Quarantäne" zu durchbrechen. Dazu gehören auch die jüngsten Versuche, mit der benachbarten Sowjetunion ein besseres Verhältnis herzustellen. Moskau hat Bereitschaft gezeigt, Peking auf diesem Wege entgegen zu kommen. (Siehe auch Dokumente der ZEIT.) Seit 1951 steht die Frage einer Aufnahme Pekings auf den Tagesordnungen der Vereinten Nationen. Bis jetzt wurden entsprechende Anträge abgelehnt, da Peking stets die Forderung erhob, seinen Anspruch auf Nationalchina anzuerkennen und dessen Rechte zu übernehmen. (Siehe Tabelle.)

Erstmals bei der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Kanada im vorigen Monat begnügte sich Peking mit einer Registrierung seines Anspruches und verzichtete auf eine förmliche Anerkennung durch den Vertragspartner. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen wird am Ende der Sitzung erneut über eine Aufnahme abstimmen. Trotz Pekings Einlenken in der Formosa-Frage ist eine Aufnahme nicht sehr wahrscheinlich.