Resignierend haben wir uns daran gewöhnt, daß die Post in vielen Gegenden nur einmal am Tage zu uns ins Haus kommt, und das auch noch zu unregelmäßigen Zeiten. Über blockierte, weil zu wenige Fernleitungen im Fernsprechverkehr regen sich allenfalls noch Choleriker auf, die sich bei diesen Gelegenheiten daran erinnern, daß das Telephon als Hauptüberschußträger einen anderen Teil des Postbetriebes subventionieren muß. Ärgerlicher ist da schon, wenn ein Eilbotenbrief drei, manchmal sogar vier Tage unterwegs ist.

Kurzum, die Dienstleistungen der Post sind nicht immer eine reine Freude. Um so erstaunter konnte man in Schweizer Zeitungen von einem heftigen Disput um die Einstellung der bisher noch üblichen zweiten täglichen Postzustellung lesen, die das verbriefte Recht auf Post verletzen konnte. Und das in einem Land, das noch stärker als die Bundesrepublik unter Arbeitskräftemangel-leidet.

Auch in der Schweiz wird man nicht darum herumkommen, das Personal der Post zu entlasten, das teilweise bis zu zwölf Stunden am Tag arbeitet. Aber es werden wenigstens Alternativen diskutiert: Freistellung von Postbeamten von Militärkursen, mehr Postfächer, möglicherweise mietfrei, oder die Einführung mobiler Postämter. Bei der Bundespost dagegen scheint es außer einer Minderung der Leistung keine Alternative zu geben, wenigstens nicht bei der Frage, ob nicht auch die Samstagszustellung eingestellt werden könnte. mh