Die neue Straßenverkehrsordnung (StVO) wird am 1. März des kommenden Jahres in Kraft treten. Sie bringt neben der Neufassung bereits bekannter Regeln eine Reihe neuer Vorschriften und Verkehrszeichen. Sie sind bis auf wenige Ausnahmen dem Wiener Weltabkommen vom 8. November 1968 angepaßt. In einer Artikelserie geben wir einen Überblick über die wichtigsten Änderungen. Wir beginnen mit einer Auswahl neu eingeführter Verkehrszeichen.

Die auffälligste Änderung im Straßenbild der Bundesrepublik wird ein knallrotes achteckiges Schild mit der weißen Aufschrift "STOP" sein. Es gebietet "Halt: Vorfahrt gewähren!" Mit der Übernahme dieses in Nord- und Südamerika bewährten Oktogons leistet die Bundesrepublik Schrittmacherdienste für andere europäische Staaten, die das neue Schild Mitte des nächsten Jahres nach Unterzeichnung eines Zusatzabkommens in den Wiener Vereinbarungen ebenfalls einführen wollen. Unser altes, international unbekanntes Halteschild wird abgeschafft.

Vorteil des neuen Stoppschildes: Es unterscheidet sich in Form und Farbe deutlich von allen anderen Zeichen und ist in seiner Bedeutung selbst dann noch zu erkennen, wenn es verschmutzt oder verschneit ist. Angekündigt wird das Haltgebot außerhalb geschlossener Ortschaften merkwürdigerweise durch ein auf die Spitze gestelltes weißes Dreieck mit rotem Rand (das bekannte Vorfahrtsschild) mit einem rechteckigen Zusatzschild (zum Beispiel: "STOP 100 m"). Innerhalb geschlossener Ortschaften kann diese Ankündigung erfolgen.

Neu und von besonderer Bedeutung ist auch das Zeichen "Vorfahrtstraße". Es ist ein auf die Spitze gestelltes Viereck mit einem gelben quadratischen Mittelfeld. Mit diesem international bekannten Verkehrszeichen wird unser auf die Spitze gestelltes rot umrandetes Viereck abgelöst. Das Ende der gekennzeichneten Vorfahrtstraße erkennt man an der Durchstreichung mit vier dünnen schwarzen Strichen. Neu ist, daß durch das Zeichen "Vorfahrtstraße" außerhalb geschlossener Ortschaften automatisch ein Parkverbot ausgesprochen wird.

Das viereckige gelbe Vorfahrtschild darf nicht verwechselt werden mit dem anderen Vorfahrtzeichen: dem auf der Grundlinie stehenden weißen Dreieck mit rotem Rand und dickem schwarzen Pfeil plus schwarzer Querlinie. Dieses Zeichen räumt die Vorfahrt nur an der nächsten Kreuzung oder Einmündung ein. Wichtig: Das gelbe Bundesstraßennummernschild zeigt künftig keinen Vorrang mehr an! KHS