Die antiquierte deutsche Agrarstruktur scheint sich nur mühsam zu verändern, wie ein Blick in die jüngste Milchkuhstatistik des Ernährungsministeriums beweist. Trotz aller Anstrengungen, die Zahl der unrentablen Kleinviehhalter zu reduzieren, liegt der Anteil der Kuhhalter mit ein bis zehn Kühen noch immer bei 81 Prozent. Und dabei hatten die Agrarkommissare der EWG auf ihre Anfang des Jahres durchgeführte Abschlachtaktion besondere Hoffnungen gesetzt.

Zwar wurden in der Bundesrepublik für 150 Millionen Mark Steuergelder 151 000 Milchkühe abgeschlachtet und 80 000 von den Melkmaschinen zur Mast geführt, angesichts der Zahl der Kühe und der Kleinkuhhalter bedeutet dies indes nur einen Tropfen auf den heißen Stein. 150 Millionen sind vertan. Angesichts der ohnehin üppig wuchernden Subventionen wäre es doch wohl sinnvoll gewesen, den möglichen. Erfolg einer solchen Aktion festzustellen, bevor Steuergelder eingesetzt werden.

Aber vielleicht hilft nun eine Aktion des Bauernpräsidenten Freiherr von Heeremann die Kleinviehhalter zum Umdenken. Heeremann hat sich nämlich entschlossen, auf seinem westfälischen Gut Riesenbeck die unwirtschaftliche Milchviehhaltung abzuschaffen. Bleibt zu hoffen, daß jemandem das Motto "Heeremann, geh du voran" einfällt und dann möglichst viele Bauern dem Edelmann folgen. hff