jt fit scheint, wir haben ein Goldfeld aage1V1 kratzt", formulierte der robust konziliante NSU Generaldirektor Dr. Gerd Stieler von Heydekampf vor etwa zehn Jahren in einer Jubilarfeier unbekümmert — allerdings mit dem einschränkenden Nachsatz: "Aber wie groß es ist, kann man noch nicht sagen "

Später war es dem "Wankel mütigen" Heydekampf mitunter peinlich, auf dieses "für den Gesichtskreis der Jubilare" bestimmte Wort über den Wankel Motor angesprochen zu werden. Nun hat er wieder Grund zum Jubeln: Der größte Automobilhersteller der Welt, General Motors, ist als 18. Lizenznehmer in den erlauchten Wankel Klub eingetreten.

Der Konzern, der jährlich weltweit an die sieben Millionen Fahrzeuge produziert, zihlt dafür pauschal 50 Millionen Dollar. Davon gehen allerdings knapp 23 Millionen Dollar an den ersten Lizenznehmer Curtiss Wright Corp , New York, der seit Ende 1959 über die Exklusivrechte an dem Motor für USA, Kanada und Mexiko verfügt. Da sich der Vertrag mit General Motors — der nach einem Vorvertrag diese Woche definitiv abgeschlossen werden dürfte — auf die weltweiten Aktivitäten des Konzerns bezieht, haben NSU und Curtiss Wright parallel verhandelt.

Von den restlichen gut 27 Millionen Dollar oder knapp 100 Millionen Mark fließen 40 Prozent der Wankel GmbH in Lindau (Gesellschafter Felix Wankel und sein Kompagnon Ernst Hutzenlaub) und 60 Prozent Äudi NSU zu. Davon wieder können 70 Prozent (diese Quote gilt bis 1978) die Inhaber der 1 74 Millionen Genußscheine beanspruchen;bei der Fusion war für jede alte 50 Mark Aktie von NSU ein Genußschein ausgegeben worden. Die Gesellschaft selbst nimmt aus dem Vertrag mit General Motors im ganzen also 30 Prozent von 60 Millionen Mark ein, das sind rund 18 Millionen Mark.

Der US Konzern zahlt aber die 50 Millionen Dollar nicht auf einmal, sondern in Raten: noch in diesem Jahr fünf Millionen, in den nächsten vier Jahren jeweils zehn Millionen und der Rest von fünf Millionen Dollar am Ende des letzten Vertragsjahres (der Vertrag kann zum Ende jeden Jahres gekündigt werden). So gesehen, mutet der Preis also gar nicht so hoch an. Immerhin ist er wesentlich höher als bei den bisherigen Vereinbarungen, bei denen die Lizenznehmer allerdings zunächst nur "Eintrittsgebühren" zu zahlen hatten, sich daneben aber zu Stücklizenzen verpflichten mußten. Curtiss Wright hat seinerzeit 8 4 Millionen Mark auf den Tisch gelegt, die Fichtel & Sachs AG, Schweinfurt, Ende I960 als erster deutscher Lizenznehmer (nur für stationäre Motoren) eine halbe Million Mark und Daimler Benz 1961 wahrscheinlich drei Millionen Mark.

In den letzten Jahren sind die Lizenzen immer teurer geworden. Es mußten dafür von den Interessenten jeweils acht bis zehn Millionen Mark bezahlt werden. Im ganzen sind bisher vielleicht 50 bis 60 Millionen Mark solcher "Eintrittsgebühren" allein in die Kassen, von NSU (ohne die Einnahmen der Wankel GmbH) geflossen. Dazu; kamen wohl schon zehn bis fünfzehn Millionen Mark an Stücklizenzen.

Auch die Japaner stehen vor der Tür. Die japanische Firma Toyo Kogyo hat bisher über 100 000 Autos mit einem Wankel Motor Modell auf den Markt gebracht Über Belgien kommt der "Mazda Rotary" jetzt auch nach Europa, nachdem 1968 in einem Vertrag mit NSU dem Wankel Wagen aus Fernost der Weg dorthin geebnet worden ist. Vor kurzem hat als zweiter japanischer Autohersteller Nissan eine WankelLizenz nach Hause gebracht. Ein weiterer Konzern aus Tokio, Mitsubishi, verhandelt ebenfalls. Mit ihm dürfte noch in diesem Jahr ein WankelKontakt für stationäre Motoren zustande kommen.