Die größte Flutkatastrophe dieses Jahrhunderts hat Ostpakistan betroffen. Am Freitag voriger Woche trieb im Golf von Bengalen ein Wirbelsturm mit mehr als 240 km/h Geschwindigkeit sechs Meter hohe Flutwellen in das Mündungsgebiet der Flüsse Ganges und Brahmaputra. Die Inseln im Mündungsdelta und weite Küstenstriche wurden überschwemmt und zum Teil weggerissen.

Die Zahl der Opfer ist noch nicht abzusehen; man rechnet mit 300 000 Toten. Zwei Millionen Menschen wurden obdachlos. Wegen der Erntearbeiten befanden sich mehr Menschen als üblich auf den Inseln und an der Küste, die nach der letzten Volkszählung von 1,4 Millionen Pakistani bewohnt wurden. "Die Überlebenden sind leichter zu zählen als die Toten", hieß es in der ostpakistanischen Stadt Dakka.

Ein mangelhaftes Warnsystem und unzureichende Schutzmaßnahmen – erst 1965 kamen bei einer ähnlichen Flut an dieser Küste 20 000 Menschen ums Leben – werden für das Ausmaß der Katastrophe verantwortlich gemacht. Inzwischen hat eine weltweite Hilfsaktion eingesetzt.

Eine vergleichbare Flutkatastrophe ist nur aus Nordchina bekannt: 1939 starben dort rund 200 000 Menschen.