Israel hat zu Wolenbeginn seine biserige Haltung zur Wiederaufnahme der N-Friedensgespräche in den Nahen Osten revidiert. In ihrer eren Erklärung nach ihrer Amerikareise deutete Ministerpräsident Golda Meir vor dem Parlament an, Jerusalem bestehe nicht mehr auf einem völligen Rückzug aller Raketen, die Ägypten während der ersten Waffenruhe an den Kanal vorgeschoben hat.

Ihre Regierung setze allerdings den Dialog mit Washington über die Bedingungen fort, unter denen Israel wieder zu einer Beteiligung an den Jarring-Gesprächen bereit wäre. Daß auch die Vereinigten Staaten keine völlige Rücknahme der Raketen mehr erwarten, hatte Außenminister Eban in der Vorwoche bereits bekanntgegeben. Unter diesen Umständen wurde Golda Meirs Vorbehaltals Versuch gewertet, "das Gesicht zu wahren".

Das Einlenken Jerusalems hatte Verteidigungsminister Dayan schon in der vorigen Woche angekündigt. Seine Rede hatte eine heftige Kontroverse im Kabinett ausgelöst, in der sich Dayans Auffassung – wie schon früher – durchsetzte.

Inzwischen verdichten sich die Gerüchte, daß Israel mit Jordanien getrennte Friedensgespräche führen möchte. Kontakte mit König Hussein werden zwar dementiert, sind aber wahrscheinlich.