Das Quizspiel "Wünsch dir was!", die zur Zeit interessanteste Fernsehveranstaltung dieser Art, bearbeitet und gesendet vom Zweiten Deutschen Fernsehen, ist offenbar immer weiter sehr merkwürdigen Anwürfen ausgesetzt. Abgesehen von einigen Zuschauern, die sich telephonisch oder in Briefen beschwert haben, waren es zuletzt die Elternobmänner der Wienerkatholischen Schulen, die nun auch noch "pädagogisches Einfühlungsvermögen" vermissen.

Sie alle wenden sich gegen die Sendung im ganzen und besonders gegen einen "Eingriff in die Privatsphäre", womit sie die öffentliche Vorführung der "heimlich aufgenommenen" Familienabstimmung über den Auftritt der Töchter mit nacktem Oberkörper meinen. Dazu ist vielerlei zu sagen: Erstens gehört es ausdrücklich zu den Spielregeln, überraschende Situationen zu meistern; zweitens war es nach sechs Sendungen unmöglich, in der siebenten Sendung nicht ungefähr dergleichen Situationen zu vermuten; drittens haben ja doch alle drei kandidierenden Familien geahnt, daß sie in diesem abnorm hell ausgeleuchteten, mit einem riesigen Spiegel ausgestatteten Raum keineswegs ganz privat über den Entkleidungsvorschlag abstimmen würden; viertens endlich wäre es außerordentlich zu bedauern, wenn aus dieser nirgendwo langweiligen, im Gegenteil aus verschiedenartigen Gründen spannungsreichen Sendung mit einem gewandten und geschmackssicheren Quizmaster auch nur ein Teilchen gebrochen würde. M. S.